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Die Verbandsgemeinde Diez bangt um rund sieben Millionen Euro, die sie bei der angeschlagenen Greensill-Bank angelegt hat. Noch sei unklar, ob das Geld gerettet werden könne.

Die Verbandsgemeinde Diez hat das Geld nach eigenen Angaben erst vor wenigen Monaten bei der Bank in Bremen angelegt – vor allem wegen der Zinsen. Umso größer sei der Schock vor wenigen Tagen gewesen, als die Finanzaufsicht das Institut überraschend wegen Zahlungsunfähigkeit behördlich geschlossen hat.

Niemand habe ahnen können, dass aus einer seriösen Geldanlage ein Totalausfall werden könne, sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Michael Schnatz (SPD). "Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses war das eine positiv bewertete Bank. Deshalb ist die Betroffenheit jetzt groß. Es ist einfach unfassbar", sagte Schnatz.

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Bundesweit rund 50 Kommunen betroffen

Für die Verbandsgemeinde könnte das bedeuten, dass das Geld weg ist. Es werde aber alles versucht, um das zu verhindern, heißt es von der Gemeinde. Doch während für Privatanleger die Chancen recht gut stünden, zumindest einen Teil des Geldes zurückzubekommen, sehe das bei Kommunen anders aus.

Für die Verbandsgemeinde Diez seien sieben Millionen Euro natürlich auch keine Kleinigkeit. Die erste Beigeordnete sagte, das entspreche etwa zehn Prozent der gesamten Bilanzsumme des vergangenen Jahres. Dieses Geld war den Angaben zufolge eigentlich für den Neubau der Feuerwachen in Birlenbach und Heistenbach gedacht. Außerdem sollte die Verwaltung damit renoviert werden. Jetzt müsse die Gemeinde aber erstmal umplanen, denn zumindest im Moment steht das Geld nicht zur Verfügung.

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Bundesweit sind rund 50 Kommunen bekannt, die jetzt um viele Millionen Euro fürchten. Die Verbandsgemeinde Diez ist bislang laut Gemeinde- und Städtebund die einzig bekannte Kommune aus Rheinland-Pfalz.

Greensill Bank hatte hohe Sparzinsen angeboten

Hintergrund für die vielen Anlagen ist, dass die Greensill Bank AG in Zeiten von Null- und Negativzinsen Tages- und Festgeldanlagen zu ungewöhnlich hohen Sparzinsen angeboten hatte - nicht nur Kleinsparer griffen zu. Betroffene Kommunen verweisen darauf, dass bei der Entscheidung für die Bremer Bank die Bewertung - das Rating - berücksichtigt worden sei.

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