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Nach der Insolvenz der Bremer Greensill-Bank Anfang März hat am Dienstagvormittag die erste Gläubigerversammlung stattgefunden. Auch die Verbandsgemeinde Diez und der Kreis Altenkirchen sind von der Pleite betroffen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte die Bank Anfang März geschlossen. Mitte März wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Zahlreiche Kommunen waren Kunden der Bank - insgesamt in Deutschland schätzungsweise 50, berichtet die Deutsche Presseagentur. Darunter waren auch der Kreis Altenkirchen und die Verbandsgemeinde (VG) Diez.

Diez zuversichtlich einen Anteil des Geldes zurückzubekommen

Nach der ersten Gläubigersitzung zeigte sich der Diezer Verbandsbürgermeister Michael Schnatz (SPD) zuversichtlich, dass rund 25 bis 30 Prozent des verlorenen Geldes in den nächsten fünf Jahren wieder zurückgewonnen werden kann. Dies sei das Ziel des Insolvenzverwalters, so Schnatz. Allerdings kritisierte er, dass in dem neu gewählten Gläubigerausschuss kein Vertreter der Kommunen mehr dabei sei.

Diez und weitere Kommunen ziehen an einem Strang

Die VG Diez hat sich mit 16 weiteren betroffenen Kommunen zusammengeschlossen und zwei Anwaltskanzleien beauftragt. Diese sollen versuchen, möglichst das gesamte Geld aus dem Insolvenzverfahren zurückzubekommen. Eine der hauptbetroffenen Städte sei Monheim aus Nordrhein-Westfalen mit 38 Millionen Euro.

Am Montag soll der Kreisausschuss in Altenkirchen darüber beraten, ob sich der Landkreis ebenfalls der Interessengemeinschaft anschließen soll.

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Diez und Altenkirchen drohen hohe Verluste

Erst im vergangenen Jahr hatte die Verbandsgemeinde Diez etwa sieben Millionen Euro bei der Bank angelegt – vor allem wegen der Zinsen. Niemand habe ahnen können, dass aus einer seriösen Geldanlage ein Totalausfall werden könnte, sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Michael Schnatz (SPD), im März. "Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses war das eine positiv bewertete Bank. Deshalb ist die Betroffenheit jetzt groß. Es ist einfach unfassbar", sagte Schnatz.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises Altenkirchen parkte in den vergangenen zwei Jahren rund 3,6 Millionen Euro bei dem Bremer Bankhaus. Bei der Geldanlage handelt es sich nach Auskunft des Kreises um sogenannte Termingelder. Das sei keine spekulative Anlageform, sondern vergleichbar mit einer Spareinlage. Wie der Kreis Altenkirchen im März mitteilte, sei der Betrieb der Kreisabfallwirtschaft durch die möglichen Millionenverluste aber nicht gefährdet. Das Geld sei unter anderem für Arbeiten an der ehemaligen Hausmülldeponie in Nauroth vorgesehen gewesen.

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