Kurviertel Bad Ems (Foto: Stephanie Schmitz)

Kurstadt hofft auf Unesco-Welterbetitel

Entscheidung im Juli: Wird Bad Ems Great Spa of Europe?

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Spa, Vichy, Karlsbad und Bath - zusammen mit berühmten Namen wie diesen hat sich die Stadt Bad Ems um den Welterbetitel "Great Spas of Europe" beworben. Die Entscheidung darüber will die Unesco im Juli fällen.

Das Komitee tagt ab dem 16. Juli digital, wie die Deutsche Unesco-Kommission am Montag in Bonn angekündigte. Die Unesco will dann entscheiden, ob Bad Ems und die anderen nominierten Städte die Kriterien des Weltkulturerbes erfüllen.

Zu den Bewerbern gehören insgesamt elf europäische Kurstädte, die sich im 19. Jahrhundert um natürliche Mineralquellen herum entwickelt haben. Aus Deutschland sind das neben Bad Ems auch Bad Kissingen und Baden-Baden. Ursprünglich war die Tagung bereits für den vergangenen Sommer vorgesehen.

Kurstadt Bad Ems damals und heute

Zeichnung des Bad Emser Kurhauses circa 1850 (Foto: Stadtarchiv Bad Ems)
Flanieren auf der Kurpromenade circa 1850 Stadtarchiv Bad Ems Bild in Detailansicht öffnen
Auch heute ist hier viel Platz für Spaziergänger. Bild in Detailansicht öffnen
Sehen und gesehen werden vor dem Kurhaus 1913 Stadtarchiv Bad Ems Bild in Detailansicht öffnen
Heute sieht das Kurhotel noch sehr ähnlich aus. Bild in Detailansicht öffnen
Gut beschirmt - Spaziergang entlang der Lahn Stadtarchiv Bad Ems Bild in Detailansicht öffnen
Den gleichen Weg können Besucher auch heute noch nehmen. Bild in Detailansicht öffnen
Blick auf Spielbank und Kursaal 1914 Stadtarchiv Bad Ems Bild in Detailansicht öffnen
Heute sieht das Gebäude noch genauso aus. Bild in Detailansicht öffnen
Blick über die Lahn auf den Kursaal Stadtarchiv Bad Ems Bild in Detailansicht öffnen
Damals wie heute ein schönes Panorama Bild in Detailansicht öffnen
Kaiser Wilhelm I. zu Gast in Bad Ems circa 1885 Stadtarchiv Bad Ems Bild in Detailansicht öffnen
Wo früher die Kutsche des Kaisers stand, parken heute die Anwohner. Bild in Detailansicht öffnen
Prachtvolle Villen zierten schon damals das Ufer der Lahn. Stadtarchiv Bad Ems Bild in Detailansicht öffnen
Die russische Kirche am Lahnufer circa 1876 Stadtarchiv Bad Ems Bild in Detailansicht öffnen
Auch sie ist heute noch sehr gut erhalten. Bild in Detailansicht öffnen
Die Römerstraße im 19. Jahrhundert Stadtarchiv Bad Ems Bild in Detailansicht öffnen
Die Römerstraße heute Bild in Detailansicht öffnen

Kaiser Wilhelm als berühmter Kurgast

Bad Ems war Mitte des 19. Jahrhunderts einer der beliebtesten Kurorte in Europa, sagt Stadtarchivar Hans-Jürgen Sarholz. Tausende Franzosen und hunderte russische Gäste seien damals regelmäßig zur Erholung an die Lahn gekommen. Darunter waren auch zahlreiche Regenten wie Kaiser Wilhelm I. und Angehörige des russischen Zarenhauses Romanow. Auch andere große Namen wie Richard Wagner oder Alfred Krupp lockte der Ruf der Heilquellen nach Bad Ems.

Bäder-Architektur soll Welterbetitel bringen

Heute sind die Besucher zwar weniger prominent, die Gebäude mit Kurhaus, Hotels und Casino sind allerdings noch genauso prachtvoll wie damals. Dass das Kurviertel mit seiner Bäder-Architektur noch so gut erhalten ist, ist die Voraussetzung für die Bewerbung als Teil der "Great Spas of Europe." Deshalb fragte 2013 der Bürgermeister vom tschechischen Karlsbad an, ob sich Bad Ems nicht zusammen mit anderen Kurstädten bewerben will.

Abstimmung über niedergermanischen Limes

Neben den Great Spas stimmt die Unesco im Juli auch über den niedergermanischen Limes ab, der auch durch die Kreise Ahrweiler und Neuwied Richtung Norden führt. Der obergermanische Limes, der von Rheinbrohl aus Richtung Süden führt, gehört schon zum Weltkulturerbe.

Auf der anstehenden Sitzung wird insgesamt über fünf Welterbe-Nominierungen entschieden, an denen Deutschland beteiligt ist, wie es weiter hieß. Dazu gehören die Künstlerkolonie Mathildenhöhe sowie die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz.

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