Bäume in einem Wald bei Tettnang, die vom Borkenkäfer geschädigt sind (Foto: SWR, Renée Scheriau (Archiv))

Neue Zukunft für das Ahrtal

Nach Flutkatastrophe: Greenpeace fordert besseren Schutz von Wäldern

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Greenpeace hat zweieinhalb Monate nach der Flut im Ahrtal vor Kahlschlägen und Monokulturen in den Wäldern von Mittelgebirgen gewarnt. Sie seien wichtig, um die Folgen von Starkregen abzuschwächen.

Kahle Flächen könnten auf Dauer katastrophale Folgen bei Starkregen haben, so die Umweltorganisation aus Hamburg. Kahlschläge müssten deshalb vermieden werden, weil bewaldete Hänge eine deutlich höhere Stabilität aufwiesen. Der Greenpeace-Waldexperte Christoph Thies erklärte: "Die Wälder in den deutschen Mittelgebirgen können eine wichtige Schutzfunktion einnehmen, um die Auswirkungen der Extremwetter abzuschwächen. Die Flutkatastrophe vom Ahrtal ist auch eine Mahnung, wie wichtig Waldschutz ist."

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Umweltverband fordert Schutzwälder auch in Mittelgebirgen

Greenpeace fordert, dass die Landesregierungen Wälder in steilen Hanglagen in Mittelgebirgen größtenteils unter Schutz stellen sollten. In den Alpen sei das Konzept des Schutzwaldes bereits weit verbreitet. Es schütze Dörfer im Tal vor Lawinen und Steinschlag, aber auch vor Hochwasser und Überschwemmungen. Gesunde Wälder ermöglichten hier, "dass Wasser auch nach starken Regenfällen versickert und abfließt, ohne den Hang mit sich zu reißen. Das verzweigte Wurzelwerk nimmt viel Wasser durch den Boden auf."

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Bei Monokulturen und stark bewirtschafteten Wäldern sei der Boden dagegen sehr verdichtet und könne weniger Wasser speichern. Sie bestehen zum Beispiel nur aus Fichten, die relativ rasch wachsen und oft gut verkauft werden können. Mittlerweile setzen Forstbehörden allerdings verstärkt auf Mischwald.

Zweite Zukunftskonferenz: Land stellt Pläne für Wiederaufbau vor

Am Donnerstagabend fand unterdessen in Grafschaft die zweite sogenannte Zukunftskonferenz mit Vertretern des Landes Rheinland-Pfalz zum Wiederaufbau des größtenteils zerstörten Flusstals statt. Dabei wurden neue Überschwemmungsgebiete für den Wiederaufbau präsentiert. Außerdem werde ein Hochwasservorsorgekonzept für das gesamte Ahrtal entwickelt, das auch Nordrhein-Westfalen einbeziehe, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Bei dem Hochwasser nach extremem Starkregen waren im Ahrtal Mitte Juli 133 Menschen getötet, Hunderte Anwohner verletzt und Tausende Häuser beschädigt oder zerstört worden. Bund und Länder haben einen Hilfsfonds mit insgesamt 30 Milliarden Euro für Flutopfer in Deutschland vereinbart. Gut die Hälfte davon ist für Rheinland-Pfalz vorgesehen.

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