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Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM) steckt in massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nach SWR-Informationen wollte der private Krankenhausbetreiber Sana AG den Klinikverbund vor kurzem übernehmen - zu brisanten Bedingungen.

Das Angebot sieht nach SWR-Informationen vor, dass die Sana Kliniken AG das GKM nur dann übernehmen würde, wenn die Eigentümer ihr noch Geld dafür bezahlen. Dabei geht es um mehrere Millionen Euro.

Das ist insofern brisant, weil Sana genau weiß, wie es um das GKM bestellt ist. Zwei ihrer Manager sind als Geschäftsführer beim Gemeinschaftsklinikum tätig und konnten sich in den letzten Monaten ein klares Bild von der Situation machen.

Der Klinikkonzern Sana AG ist nach eigenen Angaben der drittgrößte in Deutschland. Das Gemeinschaftsklinikum mit seinen Standorten in Koblenz, Boppard, Mayen und Nastätten ist für die medizinische Versorgung von großer Bedeutung in der Region.

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22 Millionen Euro Verlust

Umso schwerer wiegen die finanziellen Schwierigkeiten des GKM. Im vergangenen Jahr machte das GKM einen Verlust von über 22 Millionen Euro. Die Eigentümer - die Stadt Koblenz, der Kreis Mayen-Koblenz und mehrere kirchliche Organisationen - mussten bereits im Februar mehr als acht Millionen Euro zusteuern, damit das Klinikum kurzfristig überleben kann. Dieses Szenario droht noch einmal: Wie der SWR aus informierten Kreisen erfuhr, droht auch für das laufende Jahr ein Verlust. Schon Anfang nächsten Jahres könnte eine erneute Finanzsspritze nötig sein. Das sorgt für Unruhe bei den Banken. Sie fordern demnach weitere finanzielle Sicherheiten von den Gesellschaftern.

Übernahmeangebot offenbar abgelehnt

Trotzdem haben die Eigentümer nach SWR-Recherchen das Angebot der Sana abgelehnt. Begründen wollten sie diese Entscheidung auf SWR-Nachfrage nicht. Allerdings haben sie das Angebot auch nicht dementiert.

Mammutaufgaben für das GKM

Die Gesellschafter und die Geschäftsführer des GKM haben jedenfalls schwierige Aufgaben zu bewältigen. Sie müssen sicherstellen, dass auch in den nächsten Monaten genug Geld da ist, damit die Kliniken nicht pleite gehen.

Gleichzeitig müssen sie einen Investor finden, der bereit ist, in den nächsten Jahren wahrscheinlich einen dreistelligen Millionenbetrag in die Häuser zu investieren. Das Ganze sollte möglichst bald geschehen.

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