STAND

An der Geierlay-Hängeseilbrücke wurden am Wochenende die Corona-Regeln von vielen Besuchern missachtet. Außerdem war keine Security vor Ort. Die Aufsichtsbehörde ADD hat die Brücke nun gesperrt. War das die richtige Entscheidung? SWR-Reporter Joachim Wulkop und Kathrin Freisberg kommentieren.

Joachim Wulkop: Die Sperrung der Geierlay ist richtig - zumindest an Ostern

Eine 300 Meter lange Schlange mit zwei Stunden Wartezeit, kaum Abstand und Masken und eine Rangelei vor der Brücke: Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ADD blieb keine andere Wahl, als die Brücke zu schließen. Die Entscheidung ist richtig. Denn die Ortsgemeinde Mörsdorf sah sich nicht in der Lage, eigenständig so viel Sicherheitspersonal zur Verfügung zu stellen, wie nötig gewesen wäre. Einfach nichts zu tun und zuzusehen, wie die Menschenmassen über Ostern in das 600-Einwohner-Dorf kommen und sich an der Brücke sammeln wäre verantwortungslos gewesen.

Das Bild zeigt Joachim Wulkop (Foto: SWR)
Die Entscheidung ist richtig, meint SWR-Reporter Joachim Wulkop.

Mit einer klaren Botschaft auf der Internetseite bleibt zumindest die Hoffnung, dass sich viele gar nicht erst auf den Weg machen. Denn ein großer Teil der Besucher kam von weit weg. Klare Kommunikation ist jetzt gefragt. Genau so wichtig wie die Sperrung jetzt ist es aber auch, die Brücke nach Ostern wieder geordnet zu öffnen, wenn nicht mehr so viele Leute in Richtung Brücke strömen.

Kathrin Freisberg: Die Geierlay hätte offen bleiben sollen

Ich bin der Meinung: Die Brücke hätte offen bleiben sollen! Ich finde: Jeder Mensch muss selbst entscheiden, ob er es sich antut, ausgerechnet an einem Osterwochenende dorthin zu fahren und sich in die Schlange zu stellen. Der Bürgermeister von Mörsdorf, Marcus Kirchhoff, ist skeptisch, ob die Sperrung ab Donnerstag funktioniert. Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr habe gezeigt, dass die Menschen trotzdem kommen. Als die Brücke 2020 schon einmal gesperrt wurde, seien Menschen über die Absperrungen geklettert und hätten sich in Gefahr begeben.

LiveU-Schalte K. Freisberg (Foto: SWR)
Jeder muss selbst entscheiden, ob er Teil des Ansturms auf die Geierlay sein will, meint SWR-Reporterin Kathrin Freisberg.

Kirchhoff hatte an die Vernunft der Menschen appelliert, nicht gerade an Ostern zu kommen. Und wenn doch, hatte er gefordert, Abstand zu halten und Maske zu tragen. Vielleicht ist es naiv, aber ein wenig Hoffnung habe ich immer noch, dass sich bei einigen potentiellen Oster-Touristen die Vernunft durchsetzt und sie weder verbotenerweise zur Geierlay noch zu einem anderen Touristen-Magneten am Wochenende fahren.

Mörsdorf

Nach großem Andrang vor Ostern Geierlay-Brücke im Hunsrück ist gesperrt

Die Geierlay im Hunsrück war in den vergangenen Tagen ein Touristenmagnet. Zahlreiche Besucher hielten sich nicht an die Corona-Regeln. Nun ist die Brücke gesperrt.  mehr...

Touristenmagnet im Hunsrück Fünf Jahre Hängeseilbrücke Geierlay

Vor fünf Jahren wurde die Hängeseilbrücke Geierlay im Hunsrück offiziell eingeweiht. Seitdem ist der Besucherstrom ungebrochen. Letztes Jahr knackte die Brücke den Besucherrekord von einer Million.  mehr...

STAND
AUTOR/IN