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Hotels und Gaststätten sind von den Corona-Lockerungen der Landesregierung zum 1. März ausgenommen. Gastronomen rund um Koblenz haben deshalb am Freitag für eine schnelle Öffnung demonstriert.

Insgesamt ist es schon die dritte Mahnwache des rheinland-pfälzischen Landesverbandes des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA am Deutschen Eck. Ein Tisch mit sechs Stühlen, der aber nur für drei Personen gedeckt ist, dazu 135 Teelichter auf einem blauen Teppich. Sie stehen symbolisch für die 13.500 Hotel- und Gastrobetriebe im Land.

Gedeckter Tisch von der DEHOGA und Demonstranten vor dem Deutschen Eck in Koblenz. (Foto: SWR)
Gastronomen aus der Region demonstrieren vorm Deutschen Eck.

Senkung der Mehrwertsteuer für die gesamte Branche

Aufgrund der Corona-Verordnung hat die Gastronomie seit vier Monaten geschlossen. "Viele Betriebe stehen vor dem Aus - auch in Koblenz", sagte der Präsident des DEHOGA-Landesverbandes Rheinland-Pfalz Gereon Haumann. Darüber hinaus fordert der Gaststättenverband nach der Öffnung eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer.

"Wir wollen von dem Geld, was wir dann wieder verdienen, möglichst viel behalten dürfen. Deshalb fordern wir für die gesamte Branche eine Mehrwertsteuer von sieben Prozent", so Haumann. Denn viele Betriebe hätten ihre letzten Reserven angezapft, um aktuell überleben zu können.

Außengastronomie sofort wieder öffnen

"Die Außengastronomie gehört sofort wieder geöffnet", sagt Haumann. Gerade bei schönem Wetter könne durch die Öffnung ein unkontrolliertes Zusammentreffen von vielen Menschen beispielsweise an den Rheinanlagen vermieden werden.

Hoteliers und Gastronome kämpfen um ihre Existenz

Viele Gastronomen in der Region kommen an ihre Grenzen - so zum Beispiel Wilfried Orsowa vom Haus am Kipp in Gutenacker im Rhein-Lahn-Kreis. Er ist einfach nur traurig. Viele Kollegen lebten nach über vier Monaten Lockdown am Rande des Existenzminimums, sagte der Restaurant- und Hotelbesitzer auf SWR-Anfrage.

Die Situation nage an den Hoteliers und den Wirten, sagte Antoine Rieger vom Hotel Krupp in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Viele Mitarbeiter seien schon lange in Kurzarbeit.

"Wir hätten gerne Klarheit, wann und wie es weitergeht"

Joachim Mehlhorn, DEHOGA Kreisverband Koblenz

Auch Joachim Mehlhorn vom DEHOGA-Kreisverband Koblenz reagierte enttäuscht, dass die Gastronomie noch nicht öffnen darf. Er könne nicht verstehen, warum trotz Hygiene-Konzepten und sinkender Inzidenzwerte Hotels und Restaurants weiter geschlossen bleiben müssten.

"Wir hätten gerne Klarheit, wann und wie es weitergeht. Uns fehlt eine langfristige Strategie und wir empfinden es als große Schweinerei, wie mit uns umgegangen wird", sagt der Koblenzer Hotelier.

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