Die Friedensgitarre von Uli Altrichter aus Westerburg im Westerwald. (Foto: SWR)

Zeichen für den Frieden

Westerwälder hat "Friedensgitarre" aus Munitionsteilen gebaut

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AUTOR/IN
Christoph Bröder

Aus Patronenhülsen und Geschossen hat Uli Altrichter eine Gitarre gebaut - als Zeichen für den Frieden. Das Instrument möchte der Westerburger jetzt anderen Musikern leihen.

Bereits auf den ersten Blick wird klar, dass die Gitarre keine klassische E-Gitarre ist. Der Korpus ist recht klein und dick, er besteht aus einem alten Militär-Benzinkanister. An den Reglern und im Hals sind alte Patronenhülsen verbaut. Und die Wirbel oben am Kopf der Gitarre bestehen aus Geschossen.

Während des Gitarrenbaus hörte er vom Anschlag in Kasan

Die Idee zur Friedensgitarre kam Uli Altrichter eher zufällig. "Ich habe den Kanister in die Finger bekommen und dachte: Mach was draus! Ich wollte diesen scheppernden, blechernen Klang haben", erzählt der Westerwälder Musiker. Während er schließlich an der Gitarre arbeitete, lief in den Nachrichten die Meldung vom Anschlag im russischen Kasan. Und so kam ihm die Idee, etwas daraus zu machen, "was Sinn ergibt und eine Botschaft rüberbringt".

Eine Koblenzer Künstlerin hat den Korpus mit Orten von Amokläufen beschriftet. (Foto: SWR)
Eine Koblenzer Künstlerin hat den Korpus mit Orten von Amokläufen beschriftet.

"Friedensgitarre" ist besonderes Projekt

Die E-Gitarre hat er schließlich rot lackiert und einer Koblenzer Künstlerin übergeben. Sie hat den gesamten Korpus mit Namen und Daten von Amokläufen und Attentaten der letzten Jahrzehnte beschriftet. Insgesamt habe der Bau der Gitarre mit Unterbrechungen dann eineinhalb Jahre gedauert, sagt Altrichter, der auch als Bassist in einer Band spielt.

Die "Friedensgitarre" ist ein besonderes Projekt für den Westerwäder, auch wenn er in seinem Leben schon mehr als 30 Gitarren hergestellt hat. Gelernter Instrumentenbauer ist er aber nicht. Er habe sich einfach alles selbst beigebracht, sagt er. Die "Friedensgitarre" ist der Exot unter seinen Gitarren. Und sie ist mit einer speziellen Botschaft verknüpft: "bullets to music", also "Geschosse zu Musik".

Musiker sollen Friedensgitarre spielen

Jetzt möchte Uli Altrichter die fertige Gitarre gerne Musikern zur Verfügung stellen, damit seine Friedensbotschaft die Runde macht. "Ich möchte auch größere Künstler anschreiben und sie bitten die Gitarre bei Konzerten auf der Bühne zu spielen - und vielleicht ein paar Sätze dazu zu sagen", erklärt der Westerwälder.

Passend dazu hat sich Uli Altrichter auch das "bullets to music-Gitarrenriff" ausgedacht. "Das ist ein kurzes Riff aus zwölf Takten. Das kann ich den Künstlern einfach mal mitgeben. Und wenn sie Lust haben, können sie was daraus machen", so Altrichter.

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Christoph Bröder