Notizen (Foto: SWR)

Projekt hilft Winzern im Ahrtal

"Flutwein" sorgt für Millionen-Spenden

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Durch das Projekt "Flutwein" sind nach Angaben der Initiatoren knapp 4,5 Millionen Euro an Spenden zusammengekommen. An die 47.500 Menschen hätten demnach im Internet Weine von Winzern gekauft, die von der Flutkatastrophe an der Ahr betroffen sind.

Die Weinflaschen sollen ab Mitte Oktober verschickt werden. Gereinigt werden sie nach Angaben der Projektverantwortlichen vorher nicht. Sorgen, dass der Schlamm kontaminiert sei, müssten sich die Käufer nicht machen. Flaschen sowie Inhalt wurden demnach stichprobenartig geprüft.

5520 Menschen hätten auch einfach so an das Projekt gespendet -ohne einen Flutwein als Dankeschön. Im Schnitt wären so pro Person 44,38 Euro zusammengekommen. Zu den 4,5 Millionen Euro sagte einer der Projektverantwortlichen dem SWR: "Das Ergebnis ist phänomenal. Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen."

Spendenverteilung noch unklar

Wie genau die gesammelten Spenden verteilt werden, steht noch nicht fest. Sie sollen laut dem Sprecher möglichst fair an die betroffenen Betriebe ausgegeben werden. So groß die Freunde ist: Mit dem Geld könnte nur ein kleiner Teil der Schäden im Weinanbaugebiet Ahr kompensiert werden.

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Flutwein-Fässer für 750 Euro verkauft

Zu kaufen gab es bei der Flutwein-Aktion einzelne Flaschen, aber auch Weinpakete mit drei oder mehr Weinen. Sogar leere Weinfässer aus dem Flutgebiet konnten gegen eine Spende erworben werden. Insgesamt 42 dieser Fässer für je 750 Euro konnten nach Angaben der Initiatoren an den Mann gebracht werden.

Besonders begehrt waren laut dem Projekt-Sprecher die limitierten Flaschen mit besonderer Nummerierung. Von ihnen gibt es insgesamt nur 1.000 Stück. Die teuersten 50 Flaschen - von denen jede 500 Euro kostete - waren den Angaben zufolge bereits nach drei Tagen ausverkauft.

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400 bis 450 Millionen Euro Schäden im Weinbau

Bei der Flutkatastrophe im Juli sind laut des Projektsprechers vermutlich 400 bis 450 Millionen Euro an Schaden entstanden. Mindestens 10 Prozent der Rebfläche sei nachhaltig zerstört worden und müsste neu bepflanzt werden. Durch die Wartezeit bis zur ersten Lese entstünden große Ertragsausfälle.

Das Projekt Flutwein auf der Startnext-Plattform ist zwar abgeschlossen, das Engagement des Vereins "Ahr - A wineregion needs Help for Rebuilding" geht jedoch weiter. Über die weiteren Pläne soll in Kürze informiert werden. Wer jetzt noch Flutwein kaufen möchte, kann sich direkt an die betroffenen Winzer wenden.

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