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Der Flughafen Hahn hat 2019 einen deutlichen Rückgang bei den Passagierzahlen eingefahren. Im Frachtbereich fiel das Minus geringer aus. Hier sehen die Betreiber sogar Wachstumspotenzial.

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SWR Fernsehen RP

Im Jahr 2018 waren noch fast 2,1 Millionen Passagiere vom Hahn geflogen. Von Januar bis November 2019 waren es nur noch rund 1,4 Millionen – ein Minus von 28,3 Prozent verglichen mit dem Vorjahres-Zeitraum.

Im Frachtbereich wurden in derselben Zeit gut 156.000 Tonnen bewegt – das sind 3,2 Prozent weniger als im Vorjahres-Zeitraum. Diese Zahlen hat die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen mitgeteilt. Die Zahlen für Dezember 2019 und damit der Gesamtjahresüberblick werden nach ADV-Angaben erst im Februar veröffentlicht.

Ryanair-Reduzierung "herber Rückschlag" für Hahn

"Auch für den Flughafen Frankfurt Hahn war 2019 ein schwieriges Jahr und wir wissen heute schon, dass auch 2020 nicht leichter werden wird", sagte Christoph Goetzmann, Mitglied der Hahn-Geschäftsführung, dem SWR. Die deutliche Reduzierung der Ryanair-Flüge zum Sommerflugplan sei "ein herber Rückschlag" gewesen. Doch er sieht auch positive Entwicklungen und Chancen.

"Wir arbeiten daran, dass sich das wieder ausgleichen lässt. Mit Ryanair und mit anderen neuen Kunden. Wir konnten im vergangenen Jahr unter anderem Air Serbia als Kunden neu für den Standort gewinnen." Auch mit weiteren Fluggesellschaften sei man im Gespräch. Außerdem wolle die moldawische Airline Flyone ab April vom Hunsrück-Flughafen starten. Die Strecken in südosteuropäische Länder wie Rumänien entwickeln sich laut Goetzmann positiv. Auch Flüge in die Region Nordafrika seien gefragt und sollen ausgebaut werden.

Betreiber wollen mehr Fracht umschlagen

Im Frachtbereich habe sich 2019 die weltweite wirtschaftliche Entwicklung mit einer Reduzierung der Frachtmengen auch am Hahn bemerkbar gemacht. Hier sehen die Flughafenbetreiber für die Zukunft jedoch Potenzial.

So wolle man die "Produkte, die über Frankfurt abgewickelt werden ausbauen." Die Rolle als eine Art "fünfte Landebahn Frankfurts", mit einem 24-Stunden-Betrieb und ohne Nachtflugeinschränkung, habe sich hier in den vergangenen Jahren bewährt.

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Konkurrenz mit Luxemburg

Als besondere Konkurrenz sieht Goetzmann nicht den Flughafen in Frankfurt, sondern Luxemburg. An beide Standorte hatte Ryanair zuletzt zahlreiche Flüge verlegt. Ein Grund seien die finanziellen Voraussetzungen im Fürstentum: "Wir haben die Luftverkehrssteuer, die erhöht wird, die in Luxemburg nicht existiert. Und wir haben die Luftsicherheitsentgelte, die in Luxemburg durch den Staat getragen werden."

Das zahlt das Land für den Flughafenbetrieb

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Die Landesregierung hat seit dem Verkauf des Flughafens Hahns im Jahr 2017 rund 12,2 Millionen Euro an Betriebsbeihilfen sowie für Sicherheit gezahlt. Darin sind noch keine Zahlungen für 2019 enthalten. Das Innenministerium in Mainz teilte dem SWR auf Anfrage mit, es seien seit 2017 Betriebsbeihilfen in Höhe von 7,021 Millionen Euro ausgezahlt worden.

Für Sicherheitskosten wie Brandschutz und Rettungsdienst habe der Betreiber knapp 5,2 Millionen erhalten. Investitionsbeihilfen seien noch keine bezahlt worden. An Investitionen darf sich das Land nach EU-Vorgaben zu maximal 50 Prozent beteiligen.

Hunsrück-Flughafen Hahn Chronologie eines Luftfahrt-Experiments

Lange war der Hahn ein US-Luftwaffenstützpunkt. 1993 wandelte ihn das Land dann mit großen Hoffnungen in einen zivilen Flughafen um. Mittlerweile ist der Optimismus verflogen. Passagier- und Frachtzahlen sinken, der Airport steckt tief in den roten Zahlen. Die Chronologie eines Experiments.  mehr...

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