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Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder haben beschlossen, dass einfache Mundschutzmasken im öffentlichen Nahverkehr und Geschäften nicht mehr ausreichen. Das wird die hohe Nachfrage nach OP- und FFP2-Masken noch weiter steigern - so wie bei der Firma Skylotec in Neuwied.

Es ist eine begehrte Ware, die in einer alten Produktionshalle am Rand von Neuwied entsteht: Einzeln verpackte FFP2-Masken fallen vom Fließband. Sie bieten einen besonders hohen Schutz - im Gegensatz zu einfacheren Masken auch für den Träger selbst. Rund 10.000 Stück werden momentan pro Tag am Standort in Neuwied produziert. Doch das reicht noch nicht, um den Bedarf zu decken.

In den letzten Tagen ist eine Welle an Anfragen nach FFP2-Masken über die Firma Skylotec hereingebrochen, sagt Geschäftsführer Kai Rinklake. "Egal über Telefon, Whatsapp. Auf allen Kanälen werden all unsere Kollegen angefragt, sodass wir in diesem Bereich quasi ausverkauft sind." Deshalb wird die Produktion immer weiter ausgebaut.

Aber auch die Nachfrage nach medizinischen Masken beziehungsweise OP-Masken ist hoch. Diese müssen nach dem Beschluss der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag nun in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften getragen werden.

Produktion von FP2-Masken bei Skylotech in Neuwied (Foto: SWR)
Produktion von FFP2-Masken bei Skylotec in Neuwied

Neue Maschinen für die Produktion nötig

Dabei gehören Masken eigentlich gar nicht zum üblichen Sortiment der Firma. Zwar ist Skylotec auf Arbeitsschutzprodukte spezialisiert, allerdings ganz anderer Art, nämlich Absturzsicherungen. Unter anderem werden auch Klettergurte genäht. Rinklake dazu:

"Der erste Schritt war natürlich der Gedanke: Können wir unseren Maschinenpark nicht nutzen, um Masken zu nähen? Wir haben dann aber schnell gemerkt, dass wir dafür nicht so gut ausgestattet sind. Unsere Maschinen sind zu schwer." Also mussten neue Maschinen angeschafft werden. Eine davon wurde sogar zusammen mit einen Maschinenbauer entwickelt.

Schwierige Zertifizierung der Masken

Die größte Herausforderung war laut Rinklake aber die Zertifizierung der Masken: "Es sind natürlich auch andere Unternehmen neu in den Markt eingetreten, die ihr Produkte zulassen wollen. Das verursacht einen Engpass, aber auch Nachprüfungen irgendwelcher Importe und Fake-Produkte. Dadurch sind die Prüfstellen heilos überlastet und Zertifizierungen dauern wirklich sehr lange."

Ein halbes Jahr musste die Firma warten. Seit Januar ist Skylotec jetzt in der Serienproduktion und eine Kiste nach der nächsten verlässt die alte Produktionshalle. Rinklake sieht bei den FFP2-Masken ein großes Problem: Die Maske müsse dicht sitzen, damit man nicht daran vorbeiatmet. Bei Bartträgern zum Beispiel seien FFP-Masken nutzlos. Rinklake empfiehlt deshalb: "Lieber eine OP-Maske nehmen."

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