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Die Aufräumarbeiten nach dem Felsrutsch bei Kestert am Mittelrhein dauern weiter an. Doch nun gibt es eine vorsichtige Öffnungsperspektive.

Wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) mitteilte, wird die Vollsperrung der B42 zwar vorerst verlängert, ab dem 19. April soll aber eine halbseitige Öffnung der Fahrbahn möglich sein.

Am Montag hatte ein Treffen mit Verantwortlichen der Deutschen Bahn und des geologischen Sachverständigen mit Politikern und dem LBM in Kestert stattgefunden. Weil nach wie vor aufwändige Räumungsarbeiten von absturzgefährdenden Felspartien stattfänden und die Gefahr bestehe, dass einzelne gelöste Brocken immer noch bis auf die Bundesstraße gelangen könnten, sei eine Öffnung der B42 derzeit nicht vertretbar, teilte der LBM mit.

Öffnung der B42 bei Kestert am dem 19. April geplant

Erklärtes Ziel sei es jedoch, die Bundesstraße unter Ampelbetrieb voraussichtlich ab dem 19. April halbseitig zu öffnen, sofern die absturzgefährdeten Felsbereiche gesichert seien. Diese Teilöffnung gelte aber nur für die Tagstunden, da auch nach dem Öffnungstermin noch Sprengarbeiten stattfinden müssten.

In den Abend- und Nachstunden bleibe die B42 deshalb auch nach dem 19.04.2021 weiterhin voll gesperrt, hieß es vom LBM - wie lange, werde derzeit ermittelt.

Ein genauer Termin für die Freigabe der Gleise konnte bisher nicht genannt werden. "Wir gehen davon aus, den Betrieb noch im April wiederaufzunehmen", teilte die Bahn mit.

Der Felsrutsch im Video

Bereits sechs Sprengungen im Mittelrheintal

Nach dem Felssturz am 15. März bei Kestert nahe dem weltberühmten Loreley-Felsen hat die Bahn nach eigenen Angaben bereits mit sechs Sprengungen lockeres Schiefergestein am Hang entfernt.

Diese Arbeiten, der Einsatz von Kletterern, Helikoptern und tonnenschweren Baggern sowie geologische Untersuchungen "haben nun die Erkenntnis gebracht: Weitere 2.000 Kubikmeter loses Felsgestein müssen vom Hang abgelöst werden", hieß es weiter. Insgesamt lägen im Bereich der Bruchstelle bei Kestert derzeit rund 15.000 Kubikmeter Felsgestein.

Außerdem wird mit Spezial-Maschinen versucht, das Geröll von oben nach unten abzutragen. Mit Netzen und insgesamt 620 Ankern, die bis zu neun Meter in den Fels getrieben werden, soll der Hang gesichert werden.

Güterzüge auf linksrheinische Strecke umgeleitet

Vor eineinhalb Wochen waren hier schwere Schieferplatten und Geröll auf die Gleise gekracht. Verletzte gab es nicht. Auch Autos oder Züge wurden nicht getroffen. Die rechtsrheinischen Gleise sind laut der Deutschen Bahn Teil von Europas meistbefahrener Güterzugstrecke zwischen Genua und Rotterdam.

Derzeit werden die Güterzüge auf die linksrheinische Strecke umgeleitet. Für den rechtsrheinischen Fahrgastverkehr hat das private Bahnunternehmen Vias einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Auch die parallele Bundesstraße 42 bleibt laut Polizei bei Kestert vorerst gesperrt.

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