Luftaufnahme von Bad Neuenahr-Ahrweiler drei Monate nach der Flut  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Boris Roessler)

Aufräumarbeiten nach der Flut

Fast 700 Kilo Weltkriegsmunition im Flutgebiet gefunden

STAND

Nach dem Hochwasser im Juli in Teilen von Rheinland-Pfalz sind dort 695 Kilogramm Munition aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die Experten gehen von noch mehr aus.

Helfer, Bauarbeiter und Behördenvertreter stießen bis zum 1. Dezember alleine im besonders flutgeschädigten Ahrtal auf 437,5 Kilogramm Weltkriegsmunition, wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Im Vulkaneifelkreis, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Kreis Trier-Saarburg wurden insgesamt weitere 257,5 Kilogramm Munition geborgen.

Entdeckt wurden eine leere Sprengbombe in Bad Neuenahr-Ahrweiler, eine Stabbrandbombe in Altenahr sowie Infanteriepatronen, verschiedenartige Granaten, Pyrotechnik und Munitionsteile. Erst am 1. Dezember hatte der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz nach eigenen Angaben bei Aufräumarbeiten drei Sprengranaten bei Altenahr im Ahrtal geborgen.

Weitere Munition wird vor allem in den Fluss- und Bachläufen vermutet

Laut der ADD landen all diese "transportfähigen" Munitionsfunde in einem sicheren Zwischenlager. Künftig würden sie "zu einem thermischen Munitionsentsorgungsbetrieb transportiert und dort sicher verbrannt". Mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg erläuterte die ADD: "Bombenabwürfe durch Jagdbomber können überall gefunden werden und fast alle Städte wurden bombardiert."

In den Flutgebieten könne gerade in den Fluss- und Bachläufen immer noch vereinzelt Munition entdeckt werden. Genauso auch bei Bauvorhaben. "Da das Hochwasser große Mengen Erdmaterial unterspült und mitgerissen hat, kann jetzt überall auch etwas liegen", hieß es weiter.

Funde sollen nicht bewegt und Polizei gemeldet werden

"Der Kampfmittelräumdienst kommt lieber umsonst zu der Fundstelle rausgefahren als einmal zu spät."

Wichtig sei bei einem vermutlichen Munitionsfund: "Hände weg! Bilder machen und der Ordnungsbehörde oder der Polizei melden!" Diese verständigten dann Experten. "Der Kampfmittelräumdienst kommt lieber umsonst zu der Fundstelle rausgefahren als einmal zu spät. Sicherheit geht vor", betonte die Behörde.

Extremer Starkregen hatte am 14. und 15. Juli alleine im Ahrtal zu einer Sturzflut mit 134 Todesopfern und Tausenden beschädigten oder zerstörten Häusern geführt. Geflutet wurden auch Dörfer in der Eifel, der Ortsteil Trier-Ehrang und Kordel im Kreis Trier-Saarburg.

Rheinland-Pfalz

Die Lage nach der Flutkatastrophe Datenschutzbeauftragter: Viele Anfragen zu Hochwasser

In den von der Flutkatastrophe zerstörten Regionen in Rheinland-Pfalz läuft der Wiederaufbau. Viel ist geschafft, viel ist noch zu tun. Hier die aktuelle Lage.

Der Nachmittag SWR1 Rheinland-Pfalz

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz Hochwasser 2021: Auf einer Karte die aktuelle Lage in allen Orten

Unvorstellbare Regenmengen haben am 14. und 15. Juli 2021 zur größten Naturkatastrophe in der Geschichte von Rheinland-Pfalz geführt. Auf unserer Karte zeigen wir die betroffenen Orte.

Ahrweiler, Antweiler, Altenahr, Schuld, Insul, Bad Neuenahr-Ahrweiler

SWR-Datenanalyse zur Flutkatastrophe an der Ahr Noch 2 Vermisste - Aktuelle Daten und Fakten

Mehr als 130 Tote, Tausende sind obdachlos. Hunderte Gebäude sind weggerissen. Satellitenbilder zeigen annähernd, wie groß die Zerstörung an der Ahr ist. Eine SWR-Datenanalyse.

STAND
AUTOR/IN
SWR