Fritz Friese (31) hat sich am Dienstag in Höhr-Grenzhausen die erste Impfung gegen Corona abgeholt.  (Foto: SWR)

Lange Schlangen am Impfbus in Höhr-Grenzhausen

Darum lassen sich diese Westerwälder jetzt impfen

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Eigentlich hat jeder Erwachsene schon ein Impfangebot bekommen: Doch die Schlange in Höhr-Grenzhausen war am Dienstag lang. Manche kamen zur Erstimpfung, andere zur Auffrischung.

Fritz Friese musste echt Geduld haben: Vier Stunden hat er am Dienstag am Schulzentrum in Höhr-Grenzhausen gewartet, bis er endlich an der Reihe war. Dann hat er im Impfbus seine erste Corona-Impfung bekommen. In den vergangenen Monaten sah er dafür noch keine Notwendigkeit, weil er beruflich und privat wenig Kontakt zu anderen Menschen gehabt habe und auch ohne Corona-Impfung gut zurechtgekommen sei.

Der Impfbus hält vor einem Schulzentrum in Höhr-Grenzhausen, es gibt eine lange Schlangen von Menschen, die auf die Imfpung warten (Foto: SWR)
Am Schulzentrum in Höhr-Grenzhausen holen sich viele Menschen die Corona-Spritze ab: Manche die Erstimpfung, andere schon eine Auffrischung.

Doch jetzt, wo immer öfter die 2G-Regel gelte, habe sich seine Einstellung geändert, sagt er. Schließlich wolle er im Winter in Österreich Skifahren gehen und dort gelte in den Bergbahnen die 2G-Regel.

Viele bekommen am Impfbus die Erstimpfung

Dass bei immer mehr Gelegenheiten nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete teilnehmen dürfen, ist für die meisten ein wichtiger Grund am Impfbus in Höhr-Grenzhausen. "Testen nervt", sagt etwa eine junge Frau in der Warteschlange, die einfach in ihrer Freizeit mal wieder spontan in ein Cafe gehen möchte.

Die 19-jährige Chantal Stutzer hat jetzt auch die zweite Corona-Impfung.   (Foto: SWR)
Die 19-jährige Chantal Stutzer hat jetzt auch die zweite Corona-Impfung.

Eine andere erzählt, dass sie in ihrer Klasse die einzige Ungeimpfte ist. Außerdem wolle sie angesichts der steigenden Corona-Zahlen nicht zu einer Gefahr für ihre Eltern oder Großeltern werden. Für die 19 Jahre alte Chantal Stutzer ist es dagegen schon die Zweitimpfung. Sie freut sich, dass sie jetzt besser vor einer Corona-Infektion geschützt ist.

Immer mehr Westerwälder holen sich schon die dritte Impfung

Auch Bernadette Schlosser wartet geduldig am Schulzentrum in Höhr-Grenzhausen, bis sie an der Reihe ist. Die Mutter von zwei kleinen Kindern ist zwar schon lange gegen Corona geimpft, hat jetzt aber Angst, dass der Schutz nachlässt. Deshalb holt sie sich die dritte Impfung zur Auffrischung.

Die 35 Jahre alte Bernadette Schlosser hat sich am Impfbus in Höhr-Grenzhausen gegen Corona impfen lassen.  (Foto: SWR)
Die 35 Jahre alte Bernadette Schlosser hat sich am Impfbus in Höhr-Grenzhausen gegen Corona impfen lassen.

Damit ist sie nicht die Einzige in der Schlange. Auch ein Gastronom wartet auf den sogenannten Booster. Er ärgert sich, dass er als Geimpfter seiner Meinung nach Verantwortung für die Menschen übernehme, die sich nicht impfen lassen wollen. Ein anderer erzählt, dass er schon Corona hatte und nicht noch einmal wochenlang krank zuhause liegen möchte. Und auch für den Rentner Karl Born war es keine Frage, dass er sich die Auffrischung holt.

Für Karl Born (84) war klar, dass er sich die Booster-Spritze mit der dritten Corona-Impfung holt.  (Foto: SWR)
Für Karl Born (84) war klar, dass er sich die Booster-Spritze mit der dritten Corona-Impfung holt.

Teamleiterin im Impfbus: "Immer mehr Booster-Impfungen"

Theresa Kuhnewald, die Teamleiterin des Impfbusteams, bestätigt den Trend: Aktuell seien die Auffrischungen besonders gefragt, noch vor ein paar Wochen waren es vor allem Erst- und Zweitimpfungen. Abwarten und vorsichtig sein, das habe für ihn lange gereicht, sagt ein Mann am Impfbus. Doch inzwischen könne er für sich die Risiken abschätzen und habe sich deshalb zur zweiten Impfung entschlossen.

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