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Auch in diesem Jahr fehlt den Landwirten in der Region der Regen. Bislang liege die Niederschlagsmenge deutlich unter dem Durchschnitt, sagte der Vorsitzende des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau, Michael Horper.

"Jetzt fängt's wirklich an, absolut kritisch zu werden", so Horper bei einem Pressegespräch mit Landwirten und Politikern in Kaifenheim (Kreis Cochem-Zell). Das Problem ist, dass die Landwirte nun schon drei extrem trockene Jahre hatten. Der Leitsatz "Kleine Ernten, gute Preise" gelte auch nicht mehr. Mittlerweile sei die Landwirtschaft so global aufgestellt, dass da, wo Mangel herrsche, mehr aus dem Ausland importiert werden müsse.

In Kaifenhaim hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau über die aktuellen Probleme in der Landwirtschaft informiert. (Foto: SWR)
In Kaifenhaim hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau über die aktuellen Probleme in der Landwirtschaft informiert.

Die Wasservorräte im Boden seien aufgebraucht, berichten die Landwirte in Kaifenheim. Das Grundwasser gehe zurück. Dies sei ein Problem für die Viehhalter, denn das Gras wachse nicht mehr so gut auf den Wiesen. Das bedeute, dass es zu wenig Heu für die Tiere gebe. Deshalb müssten viele Bauern die Zahl an Tieren weiter reduzieren, einfach weil sie sie nicht mehr versorgen könnten. Zumindest bei Getreide und Raps habe es keine Missernten gegeben, so die Bauern.

Tönnies-Skandal trifft auch Landwirte bei uns

Auch die Hygiene- und Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen machten den Landwirten jetzt nach dem Tönnies-Skandal zu schaffen. Sie blieben auf den Tieren sitzen, die eigentlich geschlachtet werden sollen. Die Preise für die Schlachtungen würden steigen, während gleichzeitig der Fleischkonsum sinke. Die Menschen gingen weniger in Restaurants, wo zum Teil hohe Preise für Fleisch bezahlt würden. Das würden die Landwirte schmerzhaft merken, so Horper.

Kritik an Bundesarbeitsminister Heil

Er kritisiert Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) scharf. Der hatte angekündigt, dass es keine Werkverträge mehr auf den Schlachthöfen geben dürfe, und dass das keine Auswirkungen auf den Verkaufspreis haben dürfe. Die Bauern fürchten jetzt, dass diese Mehrkosten auch auf sie abgewälzt werden.

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