Sprengung an der Felswand in Kestert im Mittelrheintal (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa / Thomas Frey)

Arbeiten am Felsen

Weitere Sprengung nach Felsrutsch im Mittelrheintal

STAND

Nach dem Hangrutsch bei Kestert im Mittelrheintal hat es am Dienstag eine weitere kontrollierte Sprengung gegeben. Nach Angaben der Bahn bleibt die rechtsrheinische Seite für den Verkehr aber bis auf weiteres gesperrt.

Mit der weiteren Sprengung sollte das letzte lose Gestein vom Hang gelöst werden. Die Explosion war dieses Mal deutlich kleiner als die Sprengungen am Wochenende. Die Rhein-Schifffahrt wurde trotzdem vorübergehend gestoppt. Die viel befahrene rechtsrheinische Güterzugstrecke allerdings bleibt zunächst weiter gesperrt. Zunächst müsse alles Geröll beseitigt werden, um den Umfang der Schäden überhaupt bewerten zu können, hieß es. Seit dem Felsrutsch vor einer Woche ist die Strecke blockiert.

Video herunterladen (3,9 MB | MP4)

Drei Sprengungen am Wochenende

Am Wochenende waren bei insgesamt drei Sprengungen Felsstücke am Hang bei Kestert entfernt worden. Am Samstag hatte eine erste Sprengung stattgefunden, bei der rund 1.500 Kubikmeter lockeres Gestein entfernt werden sollten. Die Untersuchungen im Anschluss ergaben, dass eine Felsnase noch beseitigt werden müsse. Deshalb wurde die zweite Maßnahme für den Sonntag angesetzt.

Für die Sprengungen am Wochenende war bereits die Schifffahrt eingestellt gewesen. Am Samstag wurden außerdem die B9 und die Zugstrecke auf der gegenüberliegenden linksrheinischen Seite gesperrt.

Bahnstrecke und B42 gesperrt, Verkehr wird umgeleitet

Die rechtsrheinische - also hangseitige - Bahnstrecke und die B42 sind seit dem Felssturz am 15. März bei Kestert gesperrt. Güterzüge werden laut Bahn derzeit über die linke Rheinseite umgeleitet. Der betroffene Schienenabschnitt auf der rechten Rheinseite gehört laut Deutscher Bahn zu den meistbefahrenen Güterzugstrecken zwischen Genua und Rotterdam.

Oberhalb der Bahngleise zwischen den Orten Kamp-Bornhofen und Wellmich hatten sich am Montag vergangener Woche tonnenschwere Felsbrocken und Erdmassen gelöst und waren auf die Bahngleise gerutscht. Wie die Polizei mitteilte, hatten sie auch die Fangzäune niedergewalzt, die Erdrutsche eigentlich aufhalten sollten. Verletzt wurde niemand.

Die Ursache für den Felsrutsch unweit des weltberühmten Loreley-Felsens waren wahrscheinlich die starken Regenfälle der vergangenen Tage.

Geologen hatten weitere Felsrutsche befürchtet

Geologen hatten dringend zu einer kontrollierten Sprengung geraten. Im Schiefergestein waren viele tiefe Spalten und Risse entdeckt worden. Es bestand die Gefahr, dass weitere Felsbrocken abrutschen könnten. Seit Donnerstag hatten Experten deshalb Löcher in den Felsen gebohrt, um dort den Sprengstoff zu deponieren.

Kestert

Aufräumarbeiten und Sprengungen gehen weiter Teilweise Öffnung der B42 frühestens am 19. April

Die Aufräumarbeiten nach dem Felsrutsch bei Kestert am Mittelrhein dauern weiter an. Doch nun gibt es eine vorsichtige Öffnungsperspektive.  mehr...

Kelstert

Experte widerspricht Bahnlärmgegnern Geologe: Das sind Ursachen für den Felsrutsch bei Kestert

Bahnlärmgegner im Oberen Mittelrheintal machen Güterzüge für den Felsrutsch bei Kestert mitverantwortlich. Der Geologe Johannes Feuerbach aus Mainz ordnet das Unglück anders ein.  mehr...

STAND
AUTOR/IN