EAW-Gelände in Betzdorf (Foto: SWR)

Wohnungen und Supermarkt statt leerer Hallen

Pläne für das EAW-Gelände in Betzdorf vorgestellt

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In Betzdorf haben Investoren ihre Pläne für die künftige Nutzung des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks vorgestellt. Dort soll ein zweites Zentrum für Betzdorf entstehen.

Das ehemalige Eisenbahnausbesserungswerk (EAW) in Betzdorf macht momentan keine besonders gute Figur: Graffiti-verschmierte Mauern, denkmalgeschützte Industriehallen, daneben weitere grün lackierte Hallen aus Blech. Letztere sollen aber schon bald Geschichte sein: "Diese sogenannten Schäfer-Hallen werden ab Spätsommer, Herbst dieses Jahres abgerissen", verspricht Peter Merz, einer von zwei Investoren des millionenschweren Sanierungsprojekts.

Einen zweistelligen Millionenbetrag wollen die Investoren nach eigenen Angaben in die Hand nehmen, um aus dem jahrzehntelang brachliegenden rund 50.000 Quadratmeter großen Areal ein neues Zentrum für Betzdorf zu machen. In die denkmalgeschützten Hallen sollen unter anderem ein Supermarkt und kleinere Geschäfte einziehen, wie zum Beispiel eine Apotheke oder auch ein Kiosk. Ein Großteil der Hallen werde zum Parkhaus umfunktioniert.

Alten Hallen des EAW Betzdorfs (Foto: SWR)
In die denkmalgeschützen Hallen des alten EAW-Geländes in Betzdorf soll bald wieder Leben einkehren.

Gesundheits- und Pflegezentrum auf dem alten EAW-Gelände

Auf dem Gelände der Schäfer-Hallen wollen die Investoren nach eigenen Angaben zudem ein Gesundheits- und Pflegezentrum bauen - ganze sieben Stockwerke hoch. Im Erdgeschoss seien Arztpraxen geplant, darüber ein Seniorenzentrum mit rund 130 Wohneinheiten. Anlieger sollen das Zentrum sowie den Einkaufsmarkt dann über einen neu angelegten Fußgängersteg erreichen können.

Den Abschluss des Quartiers soll das "Wohnzentrum West" bilden. Zwischen 2025 und 2026 sind hier den Plänen zufolge verschiedene Mehrfamilienhäuser vorgesehen und zwar im Bereich der hinteren Hallen - darunter luxuriöse Wohnungen, aber auch sozialer Wohnungsbau. Betzdorfs Bürgermeister Benjamin Geldsetzer (SPD) verspricht sich nach eigener Aussage viel von den neuen Wohnungen. Die seien in Betzdorf Mangelware - kaum sei eine frei, sei sie auch schon wieder vermietet.

Investor Peter Merz (Mitte) zeigt Betzdorfs Bürgermeister Geldsetzer (li) und Wirtschaftsförderer Michael Becher seine Pläne für das EAW-Areal. (Foto: SWR)
Investor Peter Merz (Mitte) zeigt Betzdorfs Bürgermeister Benjamin Geldsetzer (li) und Wirtschaftsförderer Michael Becher seine Pläne für das EAW-Areal.

Auch Wohnraum für Studierende geplant

Mehr als 500 Menschen sollen laut den Planungen in dem neuen Wohnquartier leben und arbeiten. Geldsetzer vermutet, dass das Angebot vor allem auch für Studierende interessant sein könnte: "Vom nahgelegenen Bahnhof bis zur Uni Siegen sind es dann nur noch 20 Minuten". Geplant sei, dass die bereits unter dem Bahnhof verlaufende Unterführung so verlängert werde, dass man vom ehemaligen EAW-Gelände bis in die Innenstadt gehen könne.

Keine Konkurrenz für Betzdorfs Stadtmitte

Geldsetzer und Merz verstehen das neue Quartier nach eigenen Aussagen nicht als Konkurrenz zur Stadtmitte, sondern eher als Ergänzung: Bekleidungs- oder Sportgeschäfte sollen demnach hier nicht entstehen, sondern in der Innenstadt verbleiben. Investor Peter Merz lobte die gute und schnelle Zusammenarbeit mit der Stadt. Ende des Jahres könnten bereits die ersten Bebauungspläne fertig sein. In spätestens drei Jahren solle dann Richtfest gefeiert werden.

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