Menschen und Hunde bei einer Treibjagd im Wald - Vegetarier haben vor dem Verwaltungsgericht Koblenz erfolgreich gegen Treibjagden auf ihren Grundstücken geklagt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa | Jens Büttner)

Zu viele Wildschweine

Mehrere Drückjagden im Norden von RLP

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In mehreren Kreisen im nördlichen Rheinland-Pfalz finden an diesem Wochenende Drückjagden statt. Etwa im Kreis Mayen-Koblenz und im Forstrevier Dierdorf im Kreis Neuwied.

Die Drückjagd ist nach Angaben des Kreisjagdmeisters des Landesjagdverbandes in Neuwied, Kurt Milad, notwendig, um den Bestand an Wildschweinen zu reduzieren. Der sei in den vergangenen Monaten stark gewachsen, unter anderem auch, weil die Drückjagden im vergangenen Jahr corona-bedingt abgesagt werden mussten.

Wildschäden und umgewühlte Gärten

Nun gebe es vermehrt Meldungen, dass sich die Wildschweine den Stadtgebieten im Kreis Neuwied näherten und dort beispielsweise Gärten umwühlten. Auch im Rhein-Lahn-Kreis würden immer mal wieder Friedhöfe, Sportplätze oder Gärten von Wildschweinen "heimgesucht", sagt der dortige Kreisjagdmeister, Rüdiger Klotz. Hier seien es aber auch die Landwirte, die zunehmend Wildschäden beispielsweise in Maisfeldern geltend machten.

Wildschwein im Wildschweingehege im Wald (Foto: dpa Bildfunk, Lino Mirgeler)
Nach Angaben der Jäger gibt es momentan zu viele Wildschweine. Lino Mirgeler

Schutz vor Afrikanischer Schweinepest

Zudem gebe es noch einen weiteren Grund, die Wildschweinbestände in der Region klein zu halten, bestätigen beide Kreisjagdmeister. Denn nur so könne eine mögliche Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest verlangsamt werden. Gebe es zu viele Wildschweine, würde die Seuche sehr schnell um sich greifen, so die Jäger.

Hundebesitzer sollen Tiere anleinen

Weitere Drückjagden sind deshalb am Samstag auch in Alken und Nörtershausen geplant. Im Argenthaler Wald im Rhein-Hunsrück-Kreis sind nach Gemeindeangaben am Samstag ebenfalls Jäger unterwegs. Sportler und Spaziergänger sollten die gekennzeichneten und gesperrten Bereiche meiden und Hundebesitzer ihre Tiere anleinen, heißt es. Für gesperrte Straßen würden Umleitungen eingerichtet.

Trier

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SWR