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Seit mehr Menschen geimpft werden, wächst offenbar auch der Druck auf die Mitarbeiter in den Impfzentren. In Oberhonnefeld im Landkreises Neuwied erhalten die Mitarbeiter sogar Drohungen.

Sonja Reuschenbach hat sich inzwischen daran gewöhnt, dass Menschen mit falschen Formularen kommen, oder das Ärzte den Menschen falsche Hoffnungen machen würden, dass sie jetzt geimpft werden könnten. Sie ist Mitarbeiterin im Impfzentrum Oberhonnefeld im Landkreis Neuwied.

In der letzten Zeit sei die Stimmung aber immer aufgeladener. "Vor zwei Wochen sind wir so richtig böse beschimpft worden, eine Kollegin ist mit einem Anwalt bedroht worden. Das sind dann natürlich die Härtefälle. Aber die lassen eben ihren Unmut an uns aus", erzählt Reuschenbach.

Bisher noch keine Handgreiflichkeiten gegen Mitarbeiter

Werner Böcking, der Impfkoordinator des Kreises, beobachtet das mit großer Sorge, sagt er: "Ich bin froh, dass meine Mitarbeiter bisher noch nicht handgreiflich angegangen wurden." Aber die Beschimpfungen nähmen auch ihn mit. Dabei habe er Verständnis für den Ärger der Menschen – doch sein Personal habe die Regeln nicht gemacht.

Die Aggression nage an der Moral der Mitarbeiter im Impfzentrum. "Unser Ziel sollte es sein, möglichst viele Leute zu impfen. Und nicht, hier zu diskutieren und Menschen abweisen zu müssen", sagt Böcking. Immer wieder höre er davon, dass sich das medizinische Personal die Beine in den Bauch stehen würde. Aber vorne im Anmeldebereich würden sich riesige Staus mit verärgerten Impflingen bilden. Dies sei nicht zielführend.

Impfzentrum soll bald unter Vollast laufen

Böcking geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass die Belastung für die Mitarbeiter des Impfzentrums nachlasse. Im Gegenteil: Bald soll das Impfzentrum unter Volllast laufen. Bis zu 5.600 Menschen sollen wöchentlich im Impfzentrum in Oberhonnefeld geimpft werden. Dafür brauche er motivierte Mitarbeiter, die im Schichtbetrieb Menschen impfen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Drohungen und Diskussionen seien da wenig hilfreich.

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