Helfer im Verpflegungszentrums des Deutschen Roten Kreuzes geben Essen an die Opfer der Flutkatastrophe aus. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Viele Spendengelder an Betroffene ausgezahlt

3.500 Helfer - DRK zieht Bilanz zur Flutkatastrophe an der Ahr

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Der DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz hat bei einem Termin im Ahrtal Bilanz zur Flutkatastrophe gezogen. So wurden unter anderem 700 Verletzte gerettet und versorgt.

Nach der Flut waren in Spitzenzeiten bis zu 3.500 DRK-Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet im Ahrtal im Einsatz. Das teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Mittwoch mit. Ehrenamtliche leisteten demnach rund 90.000 Einsatzkräfte-Tage.

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Deutsches Rotes Kreuz: 10.000 Mahlzeiten pro Tag ausgegeben

In den ersten Tagen nach der Katastrophe stellte das DRK nach eigenen Angaben Trinkwasser, Hygieneartikel und Verpflegung bereit. Über Wochen hinweg seien rund 10.000 warme Mahlzeiten und zudem 10.000 Lunchpakete pro Tag für Helfer ausgegeben worden.

In vier mobilen Arztpraxen und einer Notfall-Apotheke seien die Bürger medizinisch versorgt worden. Ein Schwerpunkt der Arbeit des DRK im Ahrtal war nach eigenen Angaben auch die psychosoziale Betreuung der Bürger.

DRK hat drei temporäre Kläranlagen im Ahrtal aufgebaut

Außerdem verteilte das DRK auch Bautrockner und Warmluftgebläse, Lichtmasten und Ersatzstromerzeuger, die teilweise über Monate im Einsatz waren. Über Richtfunk habe das DRK den Bürgern im gesamten Ahrtal mobiles Internet zur Verfügung gestellt. In Mayschoß, Hönningen und Altenahr wurden drei temporäre Kläranlagen aufgebaut.

Rotkreuzpräsident Rainer Kaul un DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Der Landesverband des DRK hat bei einem Termin an der Kläranlage in Mayschoss im Ahral Bilanz zur Flutkatastrophe gezogen. Picture Alliance

Die Kläranlage in Mayschoß sei das erste Projekt dieser Art in Deutschland gewesen, das seit September 2021 das Abwasser von rund 600 Bewohnern der Region reinigt. Der rheinland-pfälzische Rotkreuzpräsident Rainer Kaul und die DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt statteten der Kläranlage in Mayschoss am Mittwoch einen Besuch ab.

Präsidentin Gerda Hasselfeldt fordert Stärkung des Ehrenamts

Hasselfeldt sprach sich in diesem Rahmen dafür aus, dass das Ehrenamt gestärkt werde. Es könne nicht sein, dass mit manchen Arbeitgebern erst über eine Freistellung ehrenamtlicher Helfer im Katastrophenschutz verhandelt werden müsse.

Hasselfeldt forderte außerdem vom Bund mehr Geld für den Bevölkerungsschutz und die Stärkung des Ehrenamts. Die Hochwasserkatastrophe an der Ahr habe gezeigt, dass die Hilfs- und Rettungsorganisationen eine bessere Ausstattung benötigen. Außerdem müssten Bund, Länder und Landkreise Hilfseinsätze in Krisensituationen besser koordinieren.

"Wir brauchen bei Katastropheneinsätzen eine gute Koordinierung auf Bundesebene, sowie mit den Landesbehörden und Kreisverwaltungen."

4,4 Millionen Euro Spenden für Flutopfer ausgezahlt

Rotkreuzpräsident Rainer Kaul nutzte den Besuch in Mayschoss unter anderem dazu, um auf die hohe Zahl an Spendengeldern zu verweisen, die über den DRK-Landesverband an von der Flut betroffene Bürger ausgezahlt wurden. Allein über die "DRK Finanzhilfe II" seien bislang etwa 4,4 Millionen Euro an rund 2.300 betroffene Haushalte geflossen.

Dabei war auch das DRK selbst vielerorts mit seinen Einrichtungen und Mitgliedern von der Flut betroffen. Allein drei Einrichtungen des Kreisverbands Ahrweiler wurden bei der Flut im Juli 2021 schwer beschädigt. Laut Verband entstand ein Schaden im sechsstelligen Bereich.

DRK-Präsidentin Hasselfeld versprach bei ihrem Besuch in Mayschoss abschließend, dass das DRK auch weiterhin vor Ort bleiben und sich engagieren wird: "Wir wollen dafür sorgen, dass es den Menschen in dieser Region bald spürbar besser geht."

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Hilfe in den Flutgebieten Deutsches Rotes Kreuz rechnet mit langem Einsatz

Das Deutsche Rote Kreuz rechnet mit einem langen Hilfseinsatz im Katastrophengebiet an der Ahr. Etwa 3.500 Helfer des DRK seien derzeit in den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Einsatz, sagte die Präsidentin des DRK, Gerda Hasselfeldt bei einem Besuch in Bad Neuenahr-Ahrweiler.  mehr...

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