Es steht ein Fahrrad auf einem Fußgängerweg in Koblenz mit dem Hinweis: Hier fehlt ein Radweg.  (Foto: Imago, imago/Sascha Ditscher)

Etappensieg für Radentscheid Koblenz

Durchgängiges Radverkehrsnetz für Koblenz soll bis 2027 kommen

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Die Initiative "Radentscheid" kämpft in Koblenz für bessere Radwege. Dazu plante sie eigentlich einen Bürgerentscheid. Doch der scheint auf einmal nicht mehr nötig zu sein.

Im April hatte die Koblenzer Initiative "Radentscheid" im Stadtrat ihr Bürgerbegehren für eine fahrradfreundlichere Stadt vorgestellt. Dort kritisierte die Initiative, dass viele Koblenzer Radwege in schlechtem Zustand und zu gefährlich seien. Außerdem seien sie oftmals zu eng oder auch zugeparkt.

In der Zwischenzeit fanden Gespräche zwischen Fachämtern der Stadtverwaltung und der Vertretergruppe des Radentscheids über die wesentlichen Grundzüge eines zukunftsorientierten Radverkehrs in Koblenz statt.

Bis 2027 durchgängiges Radverkehrsnetz in Koblenz geplant

Dabei haben die Beteiligten sich nach eigenen Angaben auf eine Priorisierung aller geforderten Maßnahmen geeinigt und sie den Jahren 2022, 2024 und 2027 zugeordnet. Spätestens 2027 soll Koblenz demnach dann über ein durchgängiges Radverkehrsnetz verfügen, auf dem sich Radfahrende sicher bewegen können.

"Das Verhandlungsergebnis zwischen Stadtspitze und Radentscheid ist sensationell."

In insgesamt vier Gesprächsrunden wurden laut einer gemeinsamen Pressemitteilung beispielsweise die Maßnahmen und Ziele bei der Entwicklung des Radverkehrsnetzes sowie die Unterhaltung und Qualität der Radwege besprochen. Demnach soll es in Zukunft an vielen Straßen Spuren für Radfahrer geben. Außerdem soll in der Koblenzer Innenstadt an einigen Straßen Tempo 30 gelten.

Koblenzer Stadtrat muss noch zustimmen

Nach Angaben von Mit-Initiator des Radentscheids, Egbert Bialk, fehlt aber noch die abschließende Entscheidung durch den Koblenzer Stadtrat. Diese könnte in der Ratssitzung am 15. Juli fallen. Dafür habe der Baudezernent sowie der Radbeauftragte der Stadt zusammen mit der Initiative bereits einen umfangreichen Vorschlag erarbeitet, dem auch alle Beteiligten zugestimmt hätten. "Ich bin glücklich, wenn es umgesetzt wird", sagt Bialk auf SWR-Anfrage. "Das Verhandlungsergebnis zwischen Stadtspitze und dem Radentscheid ist sensationell, insbesondere für Koblenz als Stadt mit einem schlechten Fahrradklima-Index."

Egbert Bialk von der Bürgerinitiative Radentscheid Koblenz steht mit seinem Fahrrad am Friedrich-Ebert-Ring in Koblenz. Die Initiative und die Stadt Koblenz haben sich auf ein Konzept zur Verbesserung des Radverkehrs in der Stadt geeinigt. (Foto: SWR)
Einer der Mit-Initiatoren vom Radentscheid Koblenz, Egbert Bialk, ist glücklich über das Verhandlungsergebnis mit der Stadt Koblenz. Die Bürgerinitiative und die Stadt sollen sich auf ein Konzept zur Verbesserung des Radverkehrs geeinigt haben.

Bürgerbegehren unterzeichneten zahlreiche Bürger

Zuletzt hatte die Initiative zusammen mit dem BUND Koblenz am Weltfahrradtag an Fronleichnam eine Fahrrad-Demo organisiert - dort forderten sie eine Verkehrswende für Koblenz. Bereits im Dezember hatte die Initiative das Bürgerbegehren mit 8.575 Unterschriften überreicht. "Engagieren lohnt sich", sagt Egbert Bialk. "Man wird ja sonst oft hängen gelassen von der Politik. Aber das hier ist nicht in den politischen Hickhack reingekommen."

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