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Dem Kreis Altenkirchen droht der Verlust von 3,6 Millionen Euro durch die Insolvenz der Greensill Bank. Die Fraktionen im Kreistag haben bei einer Sondersitzung im Kulturwerk Wissen die riskante Geldanlage kritisiert.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises hatte das Geld in den vergangenen beiden Jahren bei der Bank angelegt. Die SPD-Kreisfraktion stellte die Frage, warum das Geld nicht bei der örtlichen Sparkasse angelegt worden sei. Dort hätte es zwar keine Zinsen gegeben, aber das Geld wäre zumindest sicher gewesen. Die CDU-Kreisfraktion kritisierte, dass der Kreis im vergangenen Jahr nochmal Geld bei der Bank angelegt habe, obwohl sie da bereits von der Finanzfachwelt kritisch betrachtet worden sei.

Kreis verteidigt die Geldanlage

Der Kreis hingegen verteidigt die Geldanlage bei der Greensill Bank. Die Bank sei damals von einer führenden Rating-Agentur als seriös bewertet worden. Problematisch sei jedoch der Umgang der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit der Bank. Ähnlich wie beim Fall Wirecard habe die BaFin nicht eingegriffen, obwohl ihr die Bilanzdaten bekannt waren.

Insolvenzverfahren kann Jahre dauern

Der Kreis Altenkirchen hat Rechtsanwälte damit beauftragt, seine Interessen im Insolvenzverfahren der Greensill Bank zu vertreten. Man hoffe, zumindest einen Teil des Geldes retten zu können. Eine Prognose, ob das gelingen kann, könne man aber derzeit nicht geben. Zudem sei es möglich, dass sich das Insolvenzverfahren über fünf bis zehn Jahre hinzieht.

Gegen die Greensill Bank wird derzeit wegen Bilanzbetrugs ermittelt. Bundesweit fürchten zahlreiche Kommunen um Geldanlagen in Millionenhöhe.

Die Abfallgebühren der Bürger sollen trotz des drohenden Millionenverlustes nicht steigen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Die Abfallgebühren der Bürger sollen trotz des drohenden Millionenverlustes nicht steigen. Picture Alliance

Abfallwirtschaftsbetrieb hat weitere Rücklagen

Mit dem drohenden Verlust der 3,6 Millionen Euro sei der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises jedoch nicht pleite oder gefährdet. Elf Millionen Euro seien auf einem Girokonto hinterlegt, weitere fünf Millionen Euro als Geldanlage bei der Mercedes-Benz Bank.

Das Geld sei unter anderem für Arbeiten an der ehemaligen Hausmülldeponie in Nauroth vorgesehen gewesen. Bei der alten Deponie solle etwa die Oberfläche abgedichtet werden. Das solle auch geschehen, wenn dem Kreis durch die Greensill-Pleite mehrere Millionen Euro verloren gehen.

Die Bürger müssten zudem nicht befürchten, dass der mögliche Millionenverlust über die Abfallgebühren auf sie umgelegt werde – das sei rechtlich gar nicht möglich.

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