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Die Generalstaatsanwaltschaft in Koblenz meldet einen großen Schlag gegen die Internetkriminalität. Ermittler haben den vermutlich größten illegalen Marktplatz im Darknet namens "DarkMarket" vom Netz genommen.

Nach monatelangen Ermittlungen ist es am Wochenende gelungen, den mutmaßlichen Betreiber festzunehmen. Es sei ein 34-jähriger australischer Staatsangehöriger. Ihm wird voraussichtlich in Koblenz der Prozess gemacht. Das sagte die Generalstaatsanwaltschaft auf SWR-Anfrage.

Der mutmaßliche Betreiber hätte sich bislang noch nicht geäußert. Die Koblenzer Generalstaatsanwalt führe derzeit Ermittlungen gegen weitere Administratoren und sogenannte Manager durch, die aber noch nicht identifiziert seien. Sie hätten Decknamen benutzt, daher sei noch unklar wie viele Personen es sind.

Der Verdächtige sitzt momentan in Norddeutschland in Untersuchungshaft. Bei seiner Festnahme am Wochenende gab der Australier laut Staatsanwaltschaft an, mit seiner Familie auf Europareise zu sein. Ermittler aus mehreren Ländern - darunter des US-amerikanischen FBI - hatten den Mann unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz mehrere Monate beobachtet. Als er von Dänemark nach Deutschland einreisen wollte, nahm ihn die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg fest.

Wohl größter illegaler Marktplatz im Darknet

Auf der von ihm betrieben Plattform im verborgenen Internet haben den Angaben zufolge weltweit mehr als 500.000 Nutzer illegale Geschäfte zum Beispiel mit Falschgeld, Waffen und gestohlene Kreditkartendaten abgewickelt. Der mutmaßliche Betreiber soll für jedes Geschäft vier Prozent Provision kassiert haben. Die Käufer hätten eine einmalige Gebühr von 400 Euro bezahlen müssen.

Auf die Spur des Australiers kamen die Behörden durch die Ermittlungen rund um den sogenannten Cyberbunker in Traben-Trarbach. Über die Großrechner dort soll der Mann den illegalen Marktplatz betrieben haben. Gleichzeitig seien mehr als 20 Server in Moldawien und der Ukraine beschlagnahmt worden. Aus den dort gespeicherten Daten erwarten die Ermittler wiederum neue Ansätze gegen Moderatoren, Verkäufer und Käufer des Marktplatzes.

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