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Neue Mieter für das Dreikönigenhaus in Koblenz: Die private Cusanus-Hochschule hat angekündigt, ihren Sitz von Bernkastel-Kues in die Koblenzer Altstadt zu verlegen.

Es habe schon seit längerem den Wunsch nach einem zentraleren und urbaneren Standort für die Hochschule gegeben, sagte der Präsident der Cusanus-Hochschule, Reinhard Loske, dem SWR. Koblenz biete zudem eine bessere Zuganbindung und mehr Möglichkeiten, auch mit Unternehmen aus der Region zu kooperieren.

Präsident: Keine Konkurrenz zu anderen Hochschulen

Die Cusanus-Hochschule wolle keine Konkurrenz zur Uni, die künftig eigenständig sein wird, oder zur Koblenzer Hochschule sein, sondern vielmehr neue Aspekte einbringen und das ergänzen, was an Lehre in Koblenz schon vorhanden sei, so der Präsident gegenüber dem SWR. "Wir werden mit unserem Verständnis von neuer Ökonomie und Gesellschaftsgestaltung eine innovative Ergänzung der Koblenzer Hochschullandschaft sein, etwas Zusätzliches", wird er darüber hinaus in der offiziellen Pressemitteilung der Hochschule zitiert.

Ökonomie mit Blick auf Nachhaltigkeit

Die private Cusanus-Hochschule hat derzeit 130 Studierende, die dort verschiedene Ökonomie-Studiengänge mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Gesellschaftsgestaltung studieren. "Unsere Vision ist eine nachhaltige Welt: eine lebendige und vielfältige Natur, eine solidarische und demokratische Gesellschaft sowie eine gerechte und lebensdienliche Wirtschaft", heißt es auf der Homepage der Hochschule. Die Zahl der Studierenden soll nach Angaben des Hochschul-Präsidenten in den kommenden Jahren verdoppelt werden.

Das Dreikönigenhaus in Koblenz - hier wird die Cusanus-Hochschule einziehen. (Foto: SWR)
Das Dreikönigenhaus ist ein ehemaliger Adelshof in der Altstadt von Koblenz. Seine bisherigen Mieter müssen das Haus jetzt verlassen.

Stadt Koblenz begrüßt Umzug der Cusanus-Hochschule

Der Umzug der Cusanus-Hochschule nach Koblenz sei ein interessanter Zuwachs für die Hochschullandschaft von Koblenz und der Region, heißt es von der Stadt. "Wir sehen das als tolle Ergänzung und nicht als Konkurrenz für die bereits bestehenden Hochschulen", sagte Kulturdezernentin Margit Theis-Scholz (SPD) dem SWR.

Vermieter Görlitz erfreut über Entwicklung

Auch der Vermieter des Dreikönigenhauses, Martin Görlitz, zeigt sich erfreut über die neue Entwicklung. Ihm sei es seit Jahren ein Anliegen, Wissenschaft und Hochschulen in die Stadt zu bringen, sagt er. Die Entwicklung eines nachhaltigen Wirtschaftssystems und einer nachhaltigen Gesellschaft sei zudem Kernanliegen seiner Stiftung. Das passe gut mit den Lehrinhalten der Cusanus-Hochschule zusammen.

ISSO-Institut muss Königenhaus verlassen

Dafür nehme er auch gern in Kauf, dass das ISSO-Institut die Räumlichkeiten im Königenhaus aufgeben muss. Das Institut hat es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, Brückenbauer und Impulsgeber für zukunftsfähiges Leben und Wirtschaften zu sein und bietet beispielsweise regelmäßig Vortragsreihen an.

Mit der Hochschule sei aber vereinbart, dass es auch in Zukunft im Dreikönigenhaus Veranstaltungen des ISSO-Instituts und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Dialog geben werde. Die anderen bisherigen Mieter müssten das Haus ebenfalls verlassen. Mit ihnen sei er in guten Gesprächen, so Görlitz.

Bürresheimer Hof und Altes Kaufhaus in der Altstadt von Koblenz (Foto: Imago, imago images / Werner Otto)
Nach wie vor ist unklar, wer den Bürresheimer Hof und Altes Kaufhaus in der Altstadt von Koblenz künftig wie nutzen wird. (Archivbild) Imago imago images / Werner Otto

Was wird aus dem Bürresheimer Hof in Koblenz?

Jahrelanges Ziel von Martin Görlitz war es nach eigenen Angaben immer aus dem Bürresheimer Hof und dem Alten Kaufhaus am Florinsmarkt in der Koblenzer Altstadt eine gemeinsame Basis für die Hochschulregion Koblenz zu machen. 12,5 Millionen hat er demnach bereits in die Sanierung der historischen Gebäude gesteckt. Aktuell ruhen die Arbeiten allerdings, es fehlen unter anderem Fördergelder. Aktuell liefen Gespräche mit möglichen privaten Investoren, die den Gebäudekomplex künftig nutzen sollen, so Görlitz.

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