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Die Diensthunde der Bundeswehr in Ulmen im Kreis Cochem-Zell werden nicht als Corona-Spürhunde eingesetzt. Den verantwortlichen Wissenschaftlern fehlt offenbar Geld, um weitere Tests durchzuführen.

Die Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover hat das Projekt mit den Hunden nach eigenen Angaben eingestellt. Bisherige Forschungsergebnisse zeigten zwar, dass die Spürhunde der Bundeswehr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen mit Corona infizierten Menschen von einem Nicht-Infizierten unterscheiden könnten. Politisch seien weitere Untersuchungen dazu aber offenbar nicht mehr gewollt, teilte die Hochschule auf SWR-Anfrage mit. Es seien keine Gelder bereitgestellt worden, um das Projekt weiterzuführen.

Test-Konzept für Großveranstaltungen

Anfang Februar hatten die Wissenschaftler zusammen mit der Diensthundeschule der Bundeswehr und zwei Event-Veranstaltern aus Niedersachsen ein Konzept vorgestellt, mit dem getestet werden sollte, wie die Hunde beispielsweise bei Konzerten und anderen Großveranstaltungen eingesetzt werden könnten. Die vier geplanten "Test-Konzerte" würden jetzt aber vorraussichtlich doch nicht durchgeführt, weil Geld, aber auch andere politische Unterstützung fehle, heißt es von einer Sprecherin der Hochschule.

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Die Hochschule habe erkannt, dass die Politik offenbar immer mehr auf Schnelltests setze, deshalb werde die Idee mit den Corona-Spürhunden vorerst nicht weiterverfolgt. Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Hunde eine mögliche Corona-Infektion erschnüffeln können, sei dennoch wichtig und könne möglicherweise in anderen Situationen hilfreich sein, so die Sprecherin.

Corona-Spürhunde erreichen 94-prozentige Trefferquote

Im vergangenen Jahr hatten zehn Hunde an der Diensthundeschule der Bundeswehr in Ulmen gelernt, zwischen Speichelproben von Corona-Infizierten und gesunden Patienten zu unterscheiden. Im Januar dieses Jahres wurden nach Angaben der Hochschule bei der Ausbildung der Hunde auch aktive Corona-Viren eingesetzt. Die Forscher gaben an, dass die Trefferquote der Tiere bereits nach einer einwöchigen Trainingszeit im Schnitt bei etwa 94 Prozent liege.

Spürhunde der Bundeswehr lernen in Ulmen, Coronavirus-Infektionen zu erschnüffeln (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Roland Alpers/Bundeswehr/dpa)
Spürhunde der Bundeswehr haben in Ulmen gelernt, Coronavirus-Infektionen zu erschnüffeln. picture alliance/Roland Alpers/Bundeswehr/dpa

Spürhunde können Krankheiten riechen

Spürhunde können an der molekularen Zusammensetzung eines Geruchs nicht nur Sprengstoffe oder Drogen wahrnehmen, ihnen gelingt es auch, verschiedene Krebserkrankungen und die drohende Unterzuckerung von Diabetikern zu riechen. So ist nach Angaben der Tierärztlichen Hochschule Hannover auch die Idee zu den Corona-Spürhunden entstanden.

An dem Projekt seien Schäferhunde, Spaniel und Retriever beteiligt, teilte die Diensthundeschule in Ulmen im vergangenen Jahr mit. Auch in Großbritannien, Finnland und Frankreich befassen sich Experten mit diesem Thema.

Hundestaffel seit Jahrzehnten Einsatz

Andere Aufgaben haben die Bundeswehrhunde schon seit Jahrzehnten: Die Streitkräfte setzen sie als Schutz-, Sprengstoff-, Rauschgift-, Minen- und Kampfmittelspürhunde ein, auch im Ausland, etwa in Afghanistan und Mali. Der Diensthundeschule in Ulmen zufolge sind rund 300 weltweit im Einsatz.

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