Mehr Schutz gegen Corona und Entlastung für Schüler: Das fordert Landesschülervertreter Colin Haubrich aus Daaden (Foto: Paul Geyer)

Schüler fordern in Petition mehr Schutz

Schülervertreter zu Corona an Schulen: "Belastung auf dem Höchststand"

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Zwei Jahre Schule unter Corona-Bedingungen - eine große Belastung für Schülerinnen und Schüler. Landesschülervertreter Colin Haubrich aus Daaden berichtet von Anspannung und Angst.

Schülerinnen und Schüler bundesweit fordern unter anderem bessere Schutzmaßnahmen an Schulen gegen das Coronavirus. Deshalb haben sie sich mit einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) gewandt. Auch Colin Haubrich aus dem Kreis Altenkirchen hat den Brief unterschrieben. Wir haben mit ihm über die aktuelle Situation gesprochen.

SWR Aktuell: Wenn Sie Minister wären, was würden Sie sofort an den Schulen machen oder hätten Sie längst gemacht?

Colin Haubrich: Im Grunde genau die Punkte umsetzen, die wir jetzt fordern. Das sind zum einen kostenlose FFP2-Masken und, dass man die vom RKI ja schon empfohlene S3-Leitlinie jetzt wirklich umsetzt, sodass man auch auf die Mental Health der Schüler und Schülerinnen schaut.

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SWR Aktuell: Was meinen Sie damit?

Haubrich: Die Belastung ist aktuell wirklich auf dem Höchststand. Mittlerweile sind wir im Jahr drei der Pandemie. Einschränkungen und Maßnahmen haben größtenteils immer Kinder und Jugendliche - also eben Schülerinnen und Schüler besonders getroffen. Und deswegen muss man jetzt mal sagen, dass wir auch mal den Fokus auf uns legen müssen und auch für uns Sicherheit bieten müssen.

"Wir warten eigentlich immer nur darauf, wann jetzt die nächste Nachricht unserer Schulleiterin kommt."

SWR Aktuell: Interessant finde ich ja, dass es am Anfang der Pandemie einen Aufschrei gab, als es hieß: Homeschooling. Und jetzt steht im offenen Brief: Bildungspflicht statt Präsenzpflicht. Was wäre Ihrer Meinung nach die optimale Unterrichtsform? So viele Möglichkeiten gibt es da ja nicht.

Haubrich: Am Ende fordern wir ganz klar, die Präsenzpflicht auszusetzen, sodass jede und jeder entscheiden kann, wie man es macht. Ganz, ganz viele können zu Hause auch wirklich gut lernen. Aber genauso viele können es eben auch nicht. Die, die sonst zu große Angst haben vor Infektionen in der Schule, sollten aber zu Hause bleiben können, um sich so zu schützen.

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SWR Aktuell: Sie gehen in die zwölfte Klasse des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums in Betzdorf. Wie ist da die Stimmung unter den Schülerinnen und Schülern?

Haubrich: Die Stimmung ist angespannt. Wir warten eigentlich immer nur darauf, wann jetzt die nächste Nachricht unserer Schulleiterin kommt mit: "Hier ein weiterer Fall, ihr dürft euch fünf Tage testen." Also die Lage ist angespannt und man hat echt Angst, so nach dem Motto: Wann bin ich dran?

"Man kann dieses Abitur in diesem Jahr nicht vergleichen mit einem Abitur vor Corona."

SWR Aktuell: Eine ihrer Forderungen richtet sich ja an die Bildungsministerin. Es geht um die Überforderung und dass der Lernstoff der gleiche ist wie vor Corona. Wünschen Sie sich eine Art Abi light?

Haubrich: Wie man es jetzt nennt, das muss man natürlich schauen. Trotzdem - der Inhalt bleibt der gleiche: Wir müssen auch beim Abitur entlasten und müssen da mit einer sehr, sehr besonderen Sorgfalt rangehen. Man kann dieses Abitur in diesem Jahr nicht vergleichen mit einem Abitur vor Corona. Das geht einfach gar nicht, weil die Umstände total anders sind. Die Menschen, die jetzt Abitur geschrieben haben, die hatten eine ganz, ganz lange Zeit der Oberstufe im Homeschooling und im Wechselunterricht. Die Unterrichtsqualität hat dadurch natürlich gelitten. Und das muss berücksichtigt werden.

Das Interview führte Claudia Deeg.

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