Großes Katzengehege soll an Flutopfer Johanna erinnern (Foto: SWR)

Gelder für Vereinsprojekt gesammelt

Ahrtal: "Cathome" soll an Flutopfer Johanna Orth erinnern

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AUTOR/IN
Christina Nover
Autorin Christina Nover (Foto: SWR)

Die Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel können sich über ein neues Außengehege für ihre Schützlinge freuen. Es wurde in Erinnerung an Flutopfer Johanna Orth errichtet.

Johanna Orth war erst 22 Jahre alt, als die Ahr-Flut im Juli 2021 ihr Leben beendete. Sie starb, nachdem sie von den Wassermassen in ihrer Erdgeschosswohnung in Bad Neuenahr-Ahrweiler überrascht wurde. Nach ihrem Tod sammelten ihre Familie und Freunde Geld für ein Projekt im Sinne der Katzenliebhaberin.

Podcast „Die Flut – Warum musste Johanna sterben?“

Die Jahrhundertflut im Juli 2021 kostete 180 Menschen ihr Leben. Auch die 22-jährige Johanna ertrank. Der Podcast „Die Flut – Warum musste Johanna sterben?“ erzählt ihre Geschichte  mehr...

Idee eines Katzencafés

"So ein Katzencafé, das wäre eigentlich immer Johannas Traum gewesen", erzählt Inka Orth, die Mutter von Konditorin Johanna im Gespräch mit dem SWR. Bei den Katzenschutzfreunden Rhein-Ahr-Eifel und ihrer Vorsitzenden, Andrea Brezina, rannten die Orths mit der Idee zu einer Begegnungsstätte zwischen Mensch und Katze offene Türen ein. "Viele Menschen kommen zu uns und genießen bei einer Tasse Kaffee eine schöne Zeit", erklärt Brezina.

Großes Außengehege für Katzen

Zum Katzencafé hat es zwar nicht ganz gereicht - dafür ist aber auf dem Außengelände des Vereins in Schalkenbach in wochenlanger Arbeit der Vereinsmitglieder ein großes Gehege für die Katzen entstanden. Auf 130 Quadratmetern finden sich neben jeder Menge Kletter- und Liegemöglichkeiten für die beherbergten Katzen auch eine Sitzecke für die Besucherinnen und Besucher.

Die beste Freundin von Flutopfer Johanna hat das Schild für "Joanas Cathome" entworfen (Foto: Privat)
Johannas Freundin Franzi hat die Spendenaktion ins Leben gerufen und auch das Schild für das "Cathome" entworfen. Privat

Das Gehege trägt Johannas Spitznamen: "Joanas Cathome". Das Schild dazu hat Johannas beste Freundin Franzi gestaltet, die auch die Spendenaktion ins Leben gerufen hat. Nach der Eröffnung des Geheges Anfang Juli sagte sie: "Ich bin dankbar für alle, die für uns und Johanna eine ganz persönliche Erinnerungsstätte geschaffen haben."

"Johanna hat Katzen geliebt. Ich glaube, sie wäre viel hier oben gewesen, wenn sie das noch hätte erleben können."

Auch Johannas Ersparnisse sind nach Angaben ihrer Eltern in das Projekt geflossen. Ralph und Inka Orth sind sich sicher, dass das im Sinne ihrer Tochter gewesen wäre: "Johanna hat Katzen geliebt. Ich glaube, sie wäre viel hier oben gewesen, wenn sie das noch hätte erleben können", meint Inka Orth.

Flutopfer Johanna Orth mit ihrem geliebten Kater Liam (Foto: Privat)
Johanna Orth liebte ihre Katzen über alles. Privat

Viele Haustiere von Flutkatastrophe betroffen

Johanna hatte selbst zwei Katzen - aber nur eine der beiden, die Katzendame June, überlebte die Flutkatastrophe - vermutlich, weil sie auf einen der Küchenschränke geklettert war. Wie die Eltern berichten, stand das Wasser bis kurz unter der Wohnungsdecke und der Katze wohl bis zum Bauch. "Dass June überlebt hat, ist für uns ein Wunder", sagt Inka Orth. Die Katze lebt mittlerweile bei Johannas Bruder.

Viele Haustiere hatten nicht so viel Glück. Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal waren die Katzenschutz-Freunde tagelang im Einsatz, um verwaiste Tiere zu retten. Rund 70 Tiere konnten die ehrenamtlichen Helfer einfangen, berichtet die Vereinsvorsitzende Andrea Brezina. "Die meisten Katzen waren schwer traumatisiert und in schlechtem Zustand". Den Großteil konnte der Verein wieder mit ihren ehemaligen Besitzern vereinen. "Einige haben wir monatelang versorgt, bis die Leute sie wieder zurücknehmen konnten", so Brezina.

Das Schicksal von Johanna Orth ist auch Thema im Podcast "Die Flut - Warum musste Johanna sterben". Einer Koproduktion von WDR und SWR.

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