Kinder warten darauf, dass sie in den Bus einsteigen können (Foto: SWR)

Kreis mahnt Transdev ab

Kreis MYK: Weiterhin Verspätungen im Schulbusbetrieb

STAND

Beim Schulbusverkehr im Kreis Mayen-Koblenz hat es nach Angaben des Kreis auch am Montagmorgen keine Verbesserung gegeben. Der Betreiber wurde inzwischen abgemahnt.

Obwohl die Busgesellschaft Transdev zugesichert hatte, den Schulbusverkehr weitgehend sicherzustellen, soll es im Kreis Mayen-Koblenz auch am Montag vielerorts wieder zu Problemen gekommen sein. Der Kreis spricht von weiteren Beschwerden von Eltern; eine Liste des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel (VRM) zählt über 200 ausgefallene Busverbindungen von Transdev auf.

Transdev wurde bereits abgemahnt

Nach Angaben des Kreises wurde Transdev inzwischen wegen Nichterbringung der vertraglich vereinbarten Leistungen abgemahnt. Transdev selbst spricht am Montag von einer Verbesserung der Zuverlässigkeit, gibt aber selbst an, dass zehn Prozent der Schulbusse ausgefallen sind.

Beim VRM sind nach Angaben des Geschäftsführers, Stephan Pauly, zahlreiche Beschwerden eingegangen. "Der Vertragspartner hat leider keine signifikant bessere Leistung abgeliefert als an den Vortagen." Demnach soll es wieder zu starken Verspätungen und Ausfällen gekommen sein. Zudem sollen Busse nicht an den vorgesehenen Haltestellen gehalten haben oder sich verfahren haben. "Das, was wir hier erleben, spricht für eine miserable Vorbereitung der Busfahrer", so Pauly.

Maifeld, Vordereifel und Pellenz: Etwa 1.900 Fahrten ausgefallen

Am Donnerstag waren mehr als 40 Linien mit gut 240 Busfahrten ausgefallen. Nach Einschätzung des Verkehrsverbundes VRM betrifft das fast den gesamten Busverkehr rund um Mayen und Münstermaifeld. Am Mittwoch seien in den Liniennetzen Maifeld, Vordereifel und Pellenz rund 1.900 Fahrten ausgefallen, teilte Transdev auf Nachfrage des SWR mit. Gemessen an allen Bussen der Transdev, die in dem Gebiet unterwegs waren, sei dies aber nur ein sehr geringer Prozentsatz, erklärte das Unternehmen.

Bus-Chaos im Kreis Mayen-Koblenz: 40 Busfahrer fehlen aktuell

Wie das betroffene Busunternehmen mitteilt, kommen die Fahrer aus der Region, aber auch aus dem benachbarten Ausland und sind auf den Strecken geschult worden. Allerdings - so das Unternehmen - falle immer wieder Personal aus, weil ungeimpfte Fahrer nach PCR-Tests erst einmal zuhause bleiben müssten. Insgesamt fehlten derzeit 40 Busfahrer.

VRM unterstützt bei der Suche nach Lösungen im Bus-Chaos

Momentan springt im Kreis Mayen-Koblenz der Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) aus Kulanz in die Bresche, obwohl er mit dem Bus-Chaos nichts zu tun hat. Der Verbund unterstützt Transdev etwa bei der Suche nach Busfahrern aus anderen Unternehmen, die als Unterstützung einspringen könnten. Dies gestalte sich laut Pauly jedoch schwierig. Demnach hätte ein Bus-Unternehmen, das zunächst seine Hilfe angeboten hätte, diese mit dem Verweis auf die schlechte Linienschulung wieder zurückgezogen.

"Ich habe solch katastrophale Zustände noch nicht erlebt."

Der VRM organisiert den Busverkehr für die Landkreise und hat Transdev als Busunternehmen engagiert. Noch im September habe der Konzern zugesichert, dass ausreichend Busfahrer und intakte Fahrzeuge zur Verfügung stünden, erklärte Pauly.

Kreis Mayen-Koblenz fordert schnelle Abhilfe

Die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz fordert von der Busgesellschaft Transdev, alles zu tun, um das Bus-Chaos im Kreisgebiet abzustellen. Dazu hat sie nach eigenen Angaben einen Forderungskatalog aufgestellt: Danach soll die Transdev etwa den Schülerverkehr bevorzugt behandeln und ihre Dienstpläne darauf ausrichten. Das habe absoluten Vorrang.

Das Unternehmen soll sich zudem um Personal aus der Region bemühen und seine Busfahrer nachschulen, fordert die Kreisverwaltung. Diese würden oft nicht einmal die Routen kennen.

Taxi statt Bus: Kosten werden erstattet

Die Busgesellschaft hat inzwischen bestätigt, dass sie sämtliche Taxikosten aufgrund ausgefallener Fahrten übernimmt. Der Anspruch könne postalisch mit Einsendung der Originalquittung, Abo-Nummer oder Einzelfahrschein im Original unter Angabe der Buslinie, Abfahrt, Uhrzeit und Zielort bei den Verkehrsbetrieben Mittelrhein, der hiesigen Transdev-Tochter, geltend gemacht werden, heißt es auf SWR-Nachfrage. Außerdem wurde eine Hotline eingerichtet, die unter der Telefonnummer 02633/2009600 erreichbar ist.

Keine Fehlstunden wegen ausgefallener Schulbusse

Schüler, die wegen der Probleme bei den Schulbussen nicht zum Unterricht kommen, müssen nach Angaben der Schulaufsichtsbehörde (ADD) nicht mit unentschuldigten Fehlstunden rechnen. Die ADD rät betroffenen Eltern aber, die jeweilige Schule zu informieren, wenn ihr Kind nicht zum Unterricht kommen kann. Zudem sollten die Schulen prüfen, ob alle anderen Kinder sicher angekommen seien.

Auch der Kreis Ahrweiler ist betroffen

Auch im Kreis Ahrweiler gibt es massive Probleme mit Transdev. Der Landkreis spricht von einem Nahverkehrs-Chaos im Brohltal. Zudem seien die Buslinien von Transdev zu den Schulzentren in Sinzig, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Adenau betroffen.

STAND
AUTOR/IN
SWR