Ein Bus um,fährt einen geschlossenen Bahnschranke (Foto: Gerry Welter)

Neue Vorwürfe gegen Verkehrsunternehmen

Bus-Chaos im Kreis Mayen-Koblenz: Polizei eingeschaltet

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Die Bus-Situation im Kreis Mayen-Koblenz hat den Kreisausschuss beschäftigt. Dabei wurden neue Vorwürfe gegen Transdev laut, weil offenbar ein Bus eine geschlossene Schranke umfahren hat.

Auf dem Foto, das in der Sitzung gezeigt wurde, ist ein Bus zu sehen, der links an einem geschlossenen und blinkenden Bahnübergang in Miesenheim im Kreis Mayen-Koblenz vorbei fährt. Der für das Bus-Geschäft zuständige Geschäftsführer von Transdev Deutschland sagte in der Sitzung, der Bahnübergang sei defekt gewesen und andere Autos seien ebenfalls an der Schranke vorbei gefahren. Außerdem seien keine Fahrgäste im Bus gewesen. Als er daraufhin von Mitgliedern des Ausschusses angesprochen wurde, stellte er aber auch klar, dass das keine Entschuldigung sei. Die Umstände seien irrelevant - ein rotes Signal an einem Bahnübergang dürfe nicht überfahren werden. 

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Zeuge schildert den Vorgang

Der Unternehmer Gerry Welter aus Miesenheim stand nach eigenen Angaben direkt hinter dem Bus. Er ist es auch, der das Foto geschossen hat. Die Bahnschranke sei zehn Minuten unten gewesen, sagt er. Es sei aber kein Zug gekommen: "Dann habe ich die Polizei Andernach angerufen und habe gesagt, dass anscheinend die Ampel kaputt ist oder ein Fehler dran ist."

Die Polizei habe ihm gesagt, keiner solle über den Bahnübergang fahren. Sie würden eine Streife schicken. Der Bus habe aber dann wohl die Geduld verloren und sei einfach gefahren. Es seien zu diesem Zeitpunkt keine Polizisten oder Mitarbeiter der Bahn vor Ort gewesen. Ob Passagiere im Bus waren, konnte Welter nicht sagen. "Wenn ich dran denke, dass ich mein Kind da in den Bus stecke...", sagt er. Er könne es immer noch nicht glauben.

Bus-Chaos: Kreis hat Polizei eingeschaltet

Mehrere Mitglieder des Ausschusses merkten daraufhin an, dass der Busfahrer nicht hätte wissen können, dass der Bahnübergang defekt sei. Dieses Verhalten sei inakzeptabel und strafbar, würde aber ins Bild passen. Dieses Ereignis kommt zu den vielen Problemen mit Transdev im Kreis noch hinzu.

Seit Mitte Dezember fallen immer wieder viele Busse aus. Die Fahrer würden weder Deutsch sprechen, noch die Linienführung kennen, heißt es. Auch ist es bereits zuvor zu potentiell gefährlichen Situationen gekommen.

Kreis prüft Kündigung von Vertrag

Auch deswegen hat der Kreis Mayen-Koblenz nach eigenen Angaben inzwischen ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, ob und wie der Kreis den Vertrag mit dem Transdev kündigen kann, sollte sich keine schnelle Besserung einstellen. Würde das geschehen, müsste der Kreis per Notvergabe die Linienbündel neu ausschreiben. Die SPD Kreistagsfraktion regt zudem an, die Busse als Kreis in Eigenregie zu betreiben.

Mayen

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