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Ab Donnerstag wird ein Helferteam des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Koblenz eine Anlage in Indien installieren, die Sauerstoff für Corona-Erkrankte erzeugen soll. Die Soldaten aus Koblenz waren bereits am vergangenen Samstag zu dem Hilfseinsatz nach Neu Delhi geflogen und hatten erste Vorbereitungen getroffen.

Das Flugzeug mit der Sauerstoffanlage soll am Donnerstagnachmittag gegen 16.30 Uhr Ortszeit in Neu Delhi landen. Dann benötige sein Team etwa zwei bis drei Tage, um die Anlage zu installieren, sagte Teamleiter Oberst Jürgen Thym aus Horhausen im Westerwald.

Anlage produziert Sauerstoff für Corona-Patienten

Die Anlage soll in einem Krankenhaus in Neu Delhi über ein komplexes Verfahren Sauerstoff produzieren. Sie kann laut Thym genug Sauerstoff produzieren, um 28 Patienten 24 Stunden lang zu versorgen. Da viele Patienten jedoch nicht dauerhaft Sauerstoff benötigten, gehe er davon aus, dass die Anlage weit mehr Erkrankten helfen könne. Thym und sein Helferteam planen, mindestens 14 Tage in Indien zu bleiben - solange, bis das medizinische Personal dort die Anlage allein bedienen kann.

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Probleme könnte es wegen den klimatischen Bedingungen in Indien geben. Temperaturen bis zu 43 Grad seien eine Belastung für das Material der komplexen Anlage, aber auch für das Personal vor Ort, sagte Thym. Trotzdem sei er zuversichtlich, denn sein Team sei top geschult und sie hätten genügend Ersatzteile dabei.

Sanitätssoldaten sind seit Samstag in Indien

Zu den Helfern aus Deutschland gehören 13 Sanitätssoldaten. Sie waren bereits am Samstagmorgen nach Neu Delhi geflogen.  Mit an Bord hatten sie bereits 120 Beatmungsgeräte.

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Bei ihrer Ankunft seien sie am Flughafen in Neu Delhi mit Applaus begrüßt worden, sagte Thym im SWR-Interview. "Die Menschen in Neu Delhi können es kaum abwarten, bis die Anlage den dringend benötigten Sauerstoff produziert."

Seit Samstag haben die Sanitäter bereits umfassende Vorbereitungen für die Installation der Anlage in einem Krankenhaus getroffen. Unter anderem habe man eine 30 mal 30 Meter große Betonplatte gießen lassen, auf der die Anlage installiert werde, erklärte Oberst Jürgen Thym. Außerdem habe es bereits verschiedene Gespräche mit dem Krankenhauspersonal und den Behörden in Neu Delhi gegeben.

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Arzt kümmert sich um Gesundheit der Soldaten

Thym und sein Team sind derzeit in einem Hotel in Neu Delhi untergebracht. Dort hätten sie eine Zentrale eingerichtet, von der aus sie Kontakt mit der Kommandozentrale beim Sanitätsdienst der Bundeswehr in Koblenz hielten. Dort wurde der Einsatz geplant und wird nun weiter koordiniert.

Zu dem Helferteam gehöre auch ein Arzt, der sich um die Gesundheit der Soldaten kümmere, sagte Thym. Die Corona-Zahlen in Neu Delhi seien im Vergleich zu anderen Regionen in Indien geringer, dennoch achte der Arzt darauf, dass sich keiner der Soldaten einer Gefahr aussetze. Sie trügen immer eine Schutzmaske, wenn sie nicht in ihren geschützten Räumen seien, vor allem bei Gesprächen mit den Menschen in Indien. Das Virus in Indien sei hochaggressiv. Daher treffe das Team alle möglichen Vorkehrungen, um wieder gesund nach Hause zu kommen.

"Die Zustände sind katastrophal"

Bis vergangenen Freitag befand sich das Helferteam noch in einer Kaserne bei Ulm in Süddeutschland. Dort wurden alle Sanitäter auf Corona getestet und der Einsatz besprochen. In der Nacht zu Samstag wurde das Team dann zum Militärflughafen Köln/Bonn gebracht, von wo aus ihr Flugzeug nach Neu Delhi am Samstagmorgen abhob. Die Maschine landete am Samstagabend.

"Die Zustände sind katastrophal. Es ist schockierend", sagte Oberst Thym im Interview mit dem SWR nach der Ankunft. Er und sein Team waren mit gemischten Gefühlen nach Indien geflogen  - in der Hoffnung, den Menschen vor Ort helfen zu können. Angst um seine eigene Gesundheit mache er sich nicht. "Wir sind im Umgang mit Gefahren geschult."

Zuletzt wurden in Indien mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert - ein weltweiter Höchstwert.

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