Oberst Jürgen Thym (r.) in Neu-Dehli an der Baustelle des neuen Standortes, wo Sauerstoff produziert werden soll.     (Foto: SWR)

Sauerstoffanlage in Neu-Delhi installiert

Koblenzer Soldaten kehren von Hilfseinsatz in Indien zurück

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Nach dem Corona-Hilfseinsatz in Indien kommt das Team des Sanitätsdienstes der Bundeswehr am Mittwoch nach Deutschland zurück. Unter den Soldaten sind auch drei Sanitäter aus dem Westerwald.

Die Soldatinnen und Soldaten haben in den vergangenen 18 Tagen in Neu-Delhi eine mobile Sauerstoff-Erzeugungsanlage installiert. Nach der Ausbildung indischer Techniker konnte diese Anlage am vergangenen Freitag übergeben werden. Sie soll jetzt noch drei Monate lang in Indien bleiben. Außerdem hatte der Sanitätsdienst 120 Beatmungsgeräte mitgebracht.

"Humanitäre Hilfseinsätze wie dieser - mit Vorlaufzeiten von weniger als 48 Stunden - zeigen die Leistungsfähigkeit des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr", sagt der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner aus Koblenz.

Ein deutscher Sanitätssoldat bei der Ausbildung der indischen Experten mit der Sauerstoffanlage der Bundeswehr (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Ein deutscher Sanitätssoldat bei der Ausbildung der indischen Experten mit der Sauerstoffanlage der Bundeswehr Picture Alliance

Anlage produziert Sauerstoff für Corona-Patienten

Die Anlage kann nun in einem Krankenhaus in Neu Delhi über ein komplexes Verfahren Sauerstoff produzieren. Sie kann laut Teamleiter Oberst Jürgen Thym 400.000 Liter Sauerstoff produzieren. Das sei genug Sauerstoff, um 28 Corona-Patienten 24 Stunden lang zu versorgen. Da viele Patienten jedoch nicht dauerhaft Sauerstoff benötigten, gehe er davon aus, dass die Anlage weit mehr Erkrankten helfen könne.

Bei ihrer Ankunft seien sie am Flughafen in Neu Delhi mit Applaus begrüßt worden, sagte Thym im SWR-Interview. Die Menschen in Neu Delhi hätten es kaum abwarten können, bis die Anlage den dringend benötigten Sauerstoff produziere.

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Arzt kümmert sich um Gesundheit der Soldaten

Zu dem Helferteam vor Ort gehörte auch ein Arzt, der sich um die Gesundheit der Soldaten kümmerte, sagte Thym. Das Virus in Indien sei nämlich hochaggressiv. Die Corona-Zahlen in Neu Delhi seien im Vergleich zu anderen Regionen in Indien geringer, dennoch habe der Arzt darauf geachtet, dass sich keiner der Soldaten einer Gefahr aussetze. Alle hätten immer eine Schutzmaske getragen, wenn sie nicht in ihren geschützten Räumen seien.

"Die Zustände sind katastrophal"

"Die Zustände sind katastrophal. Es ist schockierend", sagte Oberst Thym im Interview mit dem SWR nach der Ankunft. Er und sein Team waren mit gemischten Gefühlen nach Indien geflogen  - in der Hoffnung, den Menschen vor Ort helfen zu können. Angst um seine eigene Gesundheit mache er sich nicht. "Wir sind im Umgang mit Gefahren geschult." Zuletzt wurden in Indien mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert - ein weltweiter Höchstwert.

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