Eltern stehen mit Protestschildern vor der geschlossenen Kita, die vom Schimmel befallen ist. (Foto: SWR)

Nach Schließung durchs Gesundheitsamt

Bistum Trier lehnt Kaufangebot der Stadt Betzdorf für Schimmel-Kita ab

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Das Bistum Trier hat nach Auskunft der Stadt Betzdorf abgelehnt, die von Schimmel befallene Kita "Haus Nazareth" an sie zu verkaufen. Betzdorf möchte die Kita kaufen, sanieren und dann selbst betreiben.

Wie Betzdorfs Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer (SPD) dem SWR mitteilte, geht er davon aus, dass das Bistum jetzt ein eigenes Angebot für die Kindertagesstätte in Betzdorf-Bruche machen werde – allerdings zu einem deutlichen höheren Preis.

Die Kita, das Haus Nazareth, wurde vom Gesundheitsamt Mitte September wegen Schimmelbefall geschlossen. Seitdem werden die Kinder von ihren Eltern zuhause betreut. Alternativ sollen die Kinder und Erzieherinnen in einer leer stehenden Schule untergebracht werden. Das werde derzeit noch geprüft, so Geldsetzer.

Eltern und Stadt kritisieren Bistum Trier wegen Schimmel-Kita

Zunächst war Mitte September ein Gruppenraum der Kita geschlossen worden, die Kinder und Erzieherinnen waren daraufhin in die Turnhalle der Kita umgezogen. Weitere Untersuchungen durch das Gesundheitsamt hatten dann zur Schließung der gesamten Kita geführt. Sowohl Eltern als auch Bürgermeister Benjamin Geldsetzer kritisieren den Vorfall.

Laut Stadtbürgermeister Geldsetzer sei bereits seit mindestens zwei Jahren bekannt, dass die Kita saniert werden müsse. Eltern hatten schon vor längerer Zeit Schimmelflecken entdeckt. Passiert sei aber nichts. Die Stadt habe dem Bistum Trier als Träger bereits mehrfach angeboten, die Kita zu kaufen, sie zu sanieren und dann selbst zu betreiben - ohne Erfolg. Wenn die Verhandlungen mit dem Bistum zu keinem Ergebnis kämen, wolle die Stadt im kommenden Jahr eine eigene Kita als Ersatz eröffnen.

Bistum wehrt sich gegen Anschuldigungen

Seit zwei Jahren habe es mehrere Untersuchungen in der Kita gegeben, sagte ein Sprecher des Bistums Trier auf SWR-Nachfrage. Dabei sei aber keine Gesundheitsgefährdung festgestellt worden. Erst eine Messung vor einigen Wochen habe eine zu hohe Belastung durch Schimmel ergeben. Daraufhin sei die Kita geschlossen worden.

Die Kita sei bisher noch nicht saniert worden, weil die Stadt nicht bereit gewesen sei, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Das sei aber kommunale Pflichtaufgabe. Das Bistum habe seinen Teil der Finanzierung bereits zugesagt. Dem widerspricht Bürgermeister Geldsetzer. Die Stadt sei nicht verpflichtet, für eine Kita zu zahlen, die sie nicht selbst betreibe. Außerdem sei die Stadt nicht Besitzer des Gebäudes.

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