Loreley Figur, Rheingau, UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal, Aussichtspunkt auf der Hafenmole, bei St. Goarshausen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack)

Erwartungen an die BUGA 2029

Wie sehen die Menschen im Tal die BUGA-Pläne?

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Die BUGA-2029-Flaggen flattern in jedem Ort im Mittelrheintal. An den weißen Schriftzug mit den drei bunten Blümchen haben sich viele bereits gewöhnt. Aber wie sehen die Menschen im Tal die Bundesgartenschau?

Fährmann Klaus Hammerl steht am Rheinufer und blickt in die Kamera. (Foto: SWR)
Klaus Hammerl, Fährbetreiber aus St. Goarshausen: "Ich erwarte mir einen Impuls, der lange nachwirkt. Eine Regionen-BUGA ist sehr ambitioniert. Das wird nicht leicht. Ich hoffe, dass der BUGA Erfolg beschert wird und dass der vor allen Dingen bleibt! Aber es gibt auch viele Probleme für uns: Der Fachkräftemangel und das Niedrigwasser. Und: Für die BUGA brauchen wir Parkplätze. Auch wenn die auf der Höhe liegen, braucht es Bus-Shuttle. Aber wir haben nicht genügend Busse und Busfahrer."
Martina Lorenz, Hotel "Zum Landsknecht" in St. Goar: "Ich erhoffe mir für die Buga im Mittelrheintal ähnlich tolle und begeisterte Gäste aus der ganzen Welt wie damals zur BUGA 2011. Ich wünsche mir, dass sich unsere Städte auf die Hinterbeine stellen. Wir brauchen ein breitgefächertes gastronomisches Angebot. Die Menschen wollen nicht nur im Supermarkt und was an der heißen Theke essen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob und wo wir eine Rheinquerung brauchen. Ich bin für einen Tunnel!“
Rainer Weinand, Fahrgastschiffer der Loreley-Linie Kamp-Bornhofen: "Wir erhoffen uns Aufschwung, auch in den kleinen Mittelrheinorten. Für Straßen, Radwege und Uferanlagen muss noch viel getan werden. Ich hoffe, dass wir spätestens zur BUGA wieder zwei Mal die Woche nach Rüdesheim fahren können. Das ist bei unseren Gästen sehr beliebt. Übrigens sind die geplanten Wassertaxis überflüssig: Leute, die zur BUGA nach Koblenz fahren, fahren nicht am selben Tag nach Boppard oder Lahnstein."
Arno Geisel, Das Loreley Weinstübchen, St. Goarshausen: "Wir wollen gerne unseren Betrieb erweitern. Dazu haben wir nebenan das Haus gekauft, um 25 Gästezimmer einzurichten. Aber wir kriegen viele Knüppel in den Weg gelegt. Für St. Goarshausen wünsche ich mir, dass zum Beispiel der Hafen umgestaltet wird. An der B42 zur Loreley wird jetzt noch wild geparkt. Und: Die schlimmsten Radwege gibt es rund um St. Goarshausen, das ist ein einziger Rosthaufen!"
Marianne Müller, Winzerin aus Spay: "Die Bundesgartenschau bringt uns dazu, im Tal enger zusammenzuarbeiten. Wir sind das zweitkleinste Weinanbaugebiet in Deutschland, aber das einzige, das in einem Welterbegebiet liegt. Ich würde mir wünschen, dass manche Entscheidungen beim Weinbau, etwa beim Bewässern, schneller fallen. So etwas wie ein "Talparlament“ wäre toll."
Marcus Fetz, FETZ Das Loreleyhotel in Dörscheid: "Ich erwarte, dass noch mehr Touristen ins Tal kommen. Dabei sind wohl die Erwartungshaltungen von Politikern, Touristikern und Menschen, die im Tal wohnen, gleich. Ich wünsche mir noch mehr Engagement, dass wir das Tal noch besser präsentieren, egal, ob das Infrastruktur oder privates Gelände ist. Dass da wirklich jeder denkt, wir haben jetzt die BUGA, unsere BUGA, dass halt weiter unser Tal entwickelt wird."
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SWR