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Wer zuletzt an der Mosel in Koblenz spazieren gegangen ist, hat möglicherweise Bäume mit fehlender Rinde gesehen. Dafür verantwortlich ist wohl ein Biber - laut NABU eine kleine Sensation.

"Ein Biber im Koblenzer Innenstadt-Bereich - das ist schon eine kleine Sensation," sagt Heinz Strunk vom NABU. Seit er das Foto von einem angenagten Baum gesehen hat, will er den Baum und am liebsten auch das Tier finden.

Zweifel daran, dass es sich um das Werk eines Bibers handelt, hat er nicht: "Das ist die Art und Weise, wie der Baum bearbeitet wurde. Das ist so kegelförmig" Mit schnellen Schritten macht sich der Rentner auf den Weg. Von den Fotos her hat er eine ungefähre Ahnung, wo er suchen muss. "Da ist doch die Schleuse. Also muss es hier irgendwo sein."

Abgenagter Baumstamm am Flussufer (Foto: SWR)
Abgenagter Baumstamm am Flussufer

Hauptnahrung Baumrinde

Immer wieder holt Heinz Strunk sein Fernglas heraus und sucht die Umgebung nach auffälligen Zeichen ab: "Normalerweise sieht man sowas gut. Denn die Späne, die auf dem Boden liegen, leuchten hellgelb." Der Biber sei ein Pflanzenfresser und die Rinde in der Winterzeit seine Hauptnahrung. Weil sie so wenig Nährstoffe hat, muss er jede Menge davon fressen.

Auch der Koblenzer Biber war hungrig, wie sich im nächsten Moment zeigt: "Da isses. Man kann es erkennen. Da sind die Bäume umgelegt. Die Schnittstellen sind gut zu erkennen. Da hat er eine Pappel gefällt, da noch eine, da eine Weide." Die Freude ist groß bei dem Naturschützer. Er macht direkt erstmal ein Beweisfoto: "Wenn ichs nicht mit eigenen Augen sehen würde. Total verrückt, was der am Arbeiten ist."

Biber im Wasser, der an einem Ast nagt (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Biber leben normalerweise an Bächen oder in Biotopen, in denen sie Dämme bauen können. Thinkstock -

Biber versteckt sich tagsüber

Dann geht es hinunter zum Moselufer. Eine ganze Reihe an Bäumen ist angenagt, manche liegen schon im Wasser. Heinz Strunk ist sich sicher: Der Biber ist schon mehrere Wochen lang zu Gange. Ärger befürchtet er aber nicht: "Hier sehe ich null Probleme. Schlimmstenfalls fällt ein Baum auf den Radweg. Das müsste aber von der Höhe her noch funktionieren, dass nichts passiert." Das wird sich wohl schon in den nächsten Tagen zeigen, denn der Biber ist fleißig. Allerdings nur nachts.

Tagsüber versteckt er sich in einem Kanal, wie Heinz Strunk vermutet. Er hofft, ihn aber trotzdem noch zu Gesicht zu bekommen und will hier auch in den kommenden Nächten nach dem Tier Ausschau halten. Gut erkennbar müsste er sein, denn klein sind Biber nämlich nicht gerade: "So groß wie ein Schäferhund etwa. Das ist schon ein kräftiger Kerl."

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