Bendorfers Bürgermeister Christoph Mohr (SPD) sagte, die Stadt habe große Hoffnung in die Bewerbung gesetzt. Die Enttäuschung sei deshalb entsprechend groß. Allerdings habe die Bewerbung für die Landesgartenschau viele positive Entwicklungen in der Stadt angestoßen: "Auch wenn natürlich in Bendorf die Köpfe heute etwas tiefer hängen. Ich muss doch sagen, ich blicke mit Zuversicht und Optimismus in die Zukunft der Stadt."
Denn die Ideen und die Konzepte in der Bewerbung seien weiterhin wichtig. Die Stadt Bendorf stehe vor einem Strukturwandel von einer ehemaligen Industriestadt hin zu einer grünen, an den Klimawandel angepassten Kommune. "Das ist der richtige Ansatz", sagte Mohr. In knapp zwei Monaten starte zum Beispiel der Prozess für die Wasserstoffstrategie. Dort sei Bendorf als eine von bundesweit nur 15 Kommunen vertreten. Und das sei nur durch die Bewerbung für die Landesgartenschau möglich geworden.
Sechs Kommunen in RLP stellten ihre Konzepte vor Mit diesen Ideen bewirbt sich Bendorf um die Landesgartenschau 2027
Sechs Bewerberkommunen in Rheinland-Pfalz bewerben sich um die Landesgartenschau 2027 - auch Bendorf: Die Stadt will dabei mit vielen Ideen eine nachhaltige, grüne Entwicklung anstoßen.
Ehemalige Industriestadt Bendorf soll grüner Vorreiter werden
Mitte der 1990er Jahre schloss die letzte Stahlhütte in Bendorf, tausende Menschen verloren damals ihren Arbeitsplatz. Die dramatischen Auswirkungen seien noch immer zu spüren, sagte Bürgermeister Mohr. Jetzt will man in Bendorf mit vielen guten Ideen durchstarten und zukunftsfähig werden.
Daher haben die Bendorfer nach eigenen Angaben ein grünes Stadtentwicklungskonzept entwickelt: In der Innenstadt soll es begrünte Hausfassaden und Nachbarschaftsgärten geben. Der Stadtteil Bendorf-Sayn soll sich noch weiter zu einem touristischen Aushängeschild der Industriegeschichte wandeln. Und im Hafen soll Wasserstoff als Motor der Energiewende produziert werden.

Neustadt an der Weinstraße macht das Rennen
Für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2027 gab es sechs Kandidaten: Neben Bendorf gaben die Städte Mainz, Speyer, Neustadt an der Weinstraße, sowie die Region Bitburg und mehrere Kommunen an der Mittelmosel mit Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues eine Bewerbung ab. Bitburg war schon bei der letzten Bewerbungsrunde 2015/16 mit dabei.
Nach Angaben der Landesregierung war das Interesse an der Ausrichtung dieses Mal besonders groß. Letztendlich überzeugte das Konzept von Neustadt an der Weinstraße den Ministerrat in Mainz. Die Entscheidung sei dem Ministerrat nicht leicht gefallen, sagten Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP). Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums steht das Bewerbungskonzept von Neustadt an der Weinstraße unter dem Leitbild "Sprung ins Grüne".
Natur und Kultur in Rheinland-Pfalz Landesgartenschau 2027 kommt nach Neustadt an der Weinstraße
Es ist entschieden, wer den Zuschlag für die Landesgartenschau 2027 erhält: Neustadt an der Weinstraße. Im Rennen waren sechs Bewerber mit den unterschiedlichsten Konzepten.
Kriterien: Unter anderem Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Als Bewertungskriterien hatte Andreas Becht (FDP), Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, zuvor folgende Punkte genannt: Ideen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Zusammenarbeit über die Grenzen einer Kommune hinaus, Beteiligung der Bevölkerung und Inklusion von Menschen mit einer Behinderung, Nachnutzungskonzepte sowie die Kommunalentwicklung aus dem eigenen Zentrum heraus.
Die für das Jahr 2023 in Bad Neuenahr-Ahrweiler geplante Landesgartenschau ist wegen der Flutkatastrophe abgesagt worden. Dort haben die beiden Bürgermeister der Städte Sinzig und Bad Neuenahr-Ahrweiler inzwischen die Idee einer gemeinsamen Landesgartenschau 2030 ins Spiel gebracht - im ganzen Ahrtal.