Ein Wahlbus steht im Flutgebiet in Altenahr. Wähler können hier ihre Briefwahl erledigen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Stimmabgabe per Briefwahl oder im Wahlbus

So funktioniert die Bundestagswahl im Flutgebiet an der Ahr

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Joachim Wulkop

Am 26. September wird der neue Bundestag gewählt, auch die Menschen im Ahrtal dürfen dann ihre Stimme abgeben. Aber wie funktioniert das eigentlich nach der Flutkatastrophe Mitte Juli?

Wer durch das Ahrtal fährt, dem fällt nicht auf, dass die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs läuft. Wahlplakate, Stände oder gar Wahlkampfveranstaltungen gibt es hier nicht. Darauf haben sich die Kandidaten verständigt. Sie glauben, dass die Menschen vor Ort momentan dafür auch keinen Kopf haben. Ihre Stimme sollen und können sie aber trotzdem abgeben - auch wenn das nicht so ganz einfach ist.

 Weniger Wahllokale, mehr Briefwahl 

Viele Gebäude, die früher im Ahrtal als Wahllokale genutzt wurden - wie etwa Schulen oder Turnhallen - sind von der Flut zerstört worden. Bei dieser Wahl wird es deutlich weniger Wahllokale geben als zuvor. Der Landeswahlleiter in Rheinland-Pfalz, Marcel Hürter, setzt deswegen auf die Briefwahl.  

Aber die Briefwahlunterlagen müssen den Weg zu den Menschen finden – auch das ist in manchen Fällen schwierig. Vor allem dann, wenn sie durch die Flut ihr Zuhause verloren haben und wegziehen mussten. In diesem Fall müssen die Betroffenen selber die Briefwahlunterlagen an ihren neuen Wohnort bestellen. Das funktioniert über die Internetseiten des Landes zur Bundestagswahl an der Ahr.

 

 Wahlbusse fahren bis zwei Tage vor der Wahl durchs Ahrtal 

Der Landeswahlleiter in Rheinland-Pfalz muss dafür sorgen, dass jeder Wahlberechtigte die Chance hat, seine Stimme abzugeben. Daher gibt es mit den sogenannten Wahlbussen eine weitere Möglichkeit, wählen zu gehen. Sie gelten als mobile Außenstellen der Kreisverwaltung. 

Diese VW-Busse gehören eigentlich den Landesforsten Rheinland-Pfalz und wurden für die Wahl umfunktioniert. Sie fahren seit einigen Tagen durch die Region. Insgesamt 120 Mal machen sie Halt im Ahrtal. Noch bis zum 24. September sind die Busse unterwegs.

 Bundestagswahl im Ahrtal: Nicht ohne Ausweis 

Doch eines haben all diese Wahl-Möglichkeiten gemeinsam: Niemand kann seine Stimme abgeben, ohne sich zuvor auszuweisen. Wer also in den Fluten seine gesamten Ausweisdokumente verloren hat, sollte sich noch um Ersatz bemühen.  

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