Der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies vertritt den umstrittenen CDU-Landrat Pföhler. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Erster Kreisbeigeordneter vertritt umstrittenen CDU-Landrat Pföhler

Horst Gies: Der Interims-Chef im Kreis Ahrweiler

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Nach der Flut an der Ahr geriet Landrat Pföhler (CDU) in die Kritik und erkrankte. Vertreten wird er vom Ersten Kreisbeigeordneten Horst Gies, der die drängendsten Probleme lösen muss.

Die Flut-Katastrophe im Ahrtal beschäftigt Horst Gies nicht nur im beruflichen Alltag, sondern ganz persönlich: Am Freitag wird seine Schwägerin beerdigt. Zusammen mit ihrem Vater ist sie bei dem Ahr-Hochwasser ertrunken. Sie ist eines von etwa 50 Opfern im Ahrtal, die Horst Gies persönlich gekannt hat.

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"Ich kannte viele Hochwasser-Opfer"

Einige habe er nur wenige Tage vor der Katastrophe noch getroffen, erzählt der Christdemokrat. Etwa eine Lehrerin an einer Schule, die mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Im Moment, so sagt er, bleibe leider für viele Betroffene an der Ahr oft kaum Zeit, um richtig zu trauern. Denn jeder sei damit beschäftigt, die drängendsten Fragen nach der Flutkatastrophe zu lösen. Auch Horst Gies hatte in seinem Wohnhaus im Ahrtal längere Zeit keinen Strom und kein Wasser und momentan immer noch kein Gas.

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Heizen hat im Ahrtal Priorität

Das Heizungs-Problem müsse sehr schnell gelöst werden, sagt der Vertreter des umstrittenen Landrats Jürgen Pföhler (CDU), der sein Amt momentan nicht wahrnimmt. Zudem müsse er die Abfuhr des Bauschutts und Schlamms und des Sperrmülls organisieren. Für den 7. September hat Horst Gies zudem die Bürgermeister an der Ahr, Vertreter der Wirtschaft, Hilfsorganisationen und andere zu einer Zukunftskonferenz für das Ahrtal eingeladen.

Ahrtal soll nach Wiederaufbau moderner sein

Aber eines sei sicher, sagt Horst Gies: "Wir werden das Ahrtal wieder aufbauen, zu dem kleinen Paradies, das es war." Aber das Tal werde nach dem Wiederaufbau auch anders und moderner sein.

Inzwischen gibt es auch Pläne, mit speziellen Gedenkstätten an die Toten der Flut zu erinnern. Horst Gies sagt aber: Die gesamte Ahr sei für ihn so etwas wie eine einzige Gedenkstätte. Den Wiederaufbau sehe er auch als Auftrag der Opfer der Flutkatastrophe an die Überlebenden.

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Horst Gies würde möglicherweise als neuer Landrat kandidieren

Da drängt sich die Frage auf, ob Horst Gies möglicherweise bei der Wahl eines neuen Landrats kandidieren würde? Darauf gibt er nur eine verhaltene Antwort. Er sei bereit, Verantwortung zu übernehmen und tue das momentan ja auch schon. Aber: "Entscheiden werden das die Bürgerinnen und Bürger hier im Kreis Ahrweiler." Ob und wann sie das möglicherweise tun können, ist aber noch unklar.

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SWR