ZF-Werk in Ahrweiler wurde bei der Flut-Katastrophe schwer beschädigt (Foto: SWR)

Folgen der Flut-Katastrophe für Automobilzulieferer

ZF gibt keine Standortgarantie für Werk in Ahrweiler

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Der Automobilzulieferer ZF kann am Standort Ahrweiler nach eigenen Angaben zurzeit nicht garantieren, das Werk zu erhalten. IG-Metall und ZF-Betriebsrat sind deshalb besorgt.

Bei der Flut-Katastrophe Mitte Juli wurde die Produktionshalle durch das Wasser stark beschädigt. Das Problem aus Sicht des Unternehmens: Bis jetzt sei nicht geklärt, ob das Werk in Ahrweiler wieder versichert werden könne und ob ein funktionierender Hochwasserschutz für das Gebäude möglich sei. Solange diese Fragen nicht geklärt seien, könne keine Zukunftsaussage zum Standort Ahrweiler getroffen werden, teilte Konzernsprecher Florian Tausch auf SWR-Anfrage mit.

IG-Metall: "Wäre ein fatales Signal für das gesamte Ahrtal"

Die Gewerkschaft IG Metall und der ZF-Betriebsrat in Ahrweiler befürchten deshalb, dass die 280 Mitarbeiter ihre Jobs verlieren könnten. Ihre Sorge: Die Flut-Katastrophe könnte als Vorwand dienen, das Werk in Ahrweiler zu schließen. "Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es ein fatales Signal für das gesamte Ahrtal wäre, wenn einer der größten Arbeitgeber in der Region sein Werk schließen muss, weil er keine Versicherung mehr bekommt", sagte der Geschäftsführer der IG-Metall in Neuwied Markus Eulenbach.

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Wie die Gewerkschaft mitteilte, ist jeder vierte Mitarbeiter in dem Werk selbst vom Hochwasser betroffen. Dennoch hätten die Mitarbeiter in den vergangenen Wochen alles daran gesetzt, die Produktion wieder ans Laufen zu bringen. "Mittlerweile sieht die Halle schon wieder sehr gut aus, eine Maschine läuft immerhin schon wieder seit zwei Wochen", sagte Eulenbach.

Maschinen zerstört - Mitarbeiter fertigen Teile von Hand

Viele Teile müssen nach Angaben des Unternehmens zurzeit aber von Hand gefertigt werden - auch an anderen ZF-Standorten, zum Beispiel in Schweinfurt. Unternehmenssprecher Tausch teilte dazu mit: "Wir sind ein großes Stück von der automatisierten Montage entfernt, aber wir schaffen es, unsere Kunden mit den Teilen weitestgehend zu beliefern."

"Für die manuelle Montage brauchen wir gerade jeden Mitarbeiter, wir haben niemanden in Kurzarbeit."

Bis die gesamte Produktionshalle wieder aufgebaut sei und alles normal funktioniere, könne es Monate dauern, sagte Tausch.

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Automobilzulieferer streicht weltweit 15.000 Stellen

Der Konzert habe sich bis jetzt vorbildlich verhalten, heißt es von der IG-Metall. Den betroffenen Mitarbeitern habe ZF zum Beispiel ein Soforthilfe zukommen lassen und sie vorübergehend freigestellt, damit sie die Schäden in ihren Privatwohnungen beseitigen können. Das Entscheidende fehle aber, sagt Eulenbach.

"Der Konzern hat sich bis jetzt vorbildlich verhalten. Aber eine Zusage, dass ZF sicher im Ahrtal bleiben wird, fehlt."

Der Automobilzulieferer ZF beschäftigt weltweit etwa 150.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen befindet sich allerdings mitten in einem Umbauprozess - 15.000 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden, die Hälfte davon in Deutschland. Der Standort in Bad Neuenahr-Ahrweiler galt bis jetzt als zukunftssicher, weil dort spezielle Ventile für Stoßdämpfer hergestellt werden, die zum Beispiel auch in Elektroautos verbaut werden. ZF hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag in den Standort Ahrweiler investiert.

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