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Der Weißblechhersteller Rasselstein gehört zum ThyssenKrupp-Konzern, der weltweit massiv sparen will. Heute hat der Konzern erklärt, warum er trotzdem in Andernach 120 Millionen Euro investiert.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Die 120 Millionen Euro fließen in eine neue, hochmoderne Veredelungsanlage für Verpackungsstahl. Damit werden die notwendigen Voraussetzungen für ein neues Verfahren zur Herstellung von verchromten Oberflächen geschaffen, heißt es von Seiten des Konzerns. Die neue Beschichtungsanlage soll in zwei Jahren fertig sein. Sie wird gerade gebaut. Die alte Anlage wird Schritt für Schritt zurückgebaut.

Neue Halle für millionenschwere Beschichtungsanlage im Bau Fotos aus dem Rasselsteinwerk in Andernach

Mehrere große Rollen mit Stahlblech nebeneinander (Foto: SWR)
Das Weißblech aus der Produktion in Andernach wird unter anderem für Konserven- und Getränkedosen genutzt. Bild in Detailansicht öffnen
Bei Rasselstein in Andernach sind nach Unternehmensangaben rund 2.400 Menschen beschäftigt. Bild in Detailansicht öffnen
Bei Rasselstein in Andernach werden nach Unternehmensangaben jedes Jahr rund 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsstahl hergestellt. Bild in Detailansicht öffnen
Die Millioneninvestition soll die Produkte des Weißblechherstellers Rasselstein in Andernach umweltfreundlicher machen und so für einen Wettbewerbsvorteil sorgen. Bild in Detailansicht öffnen
Die neue Anlage soll in zwei Jahren fertig sein, heißt es. Bild in Detailansicht öffnen
Die Großinvestition stärkt den Standort in Andernach, er sichert 250 Arbeitsplätze, heißt es vom Rasselstein-Betriebsrat. Bild in Detailansicht öffnen
Die neue Produktionsanlage ist nötig, weil die EU die Vorschriften für das Veredeln von Stahlblechen verschärft hat. Bild in Detailansicht öffnen
Die neue Veredlungsanlage von ThyssenKrupp in Andernach wird die modernste Produktionslinie ihrer Art sein. thyssenkrupp Rasselstein GmbH Bild in Detailansicht öffnen

Verschärfte Vorschriften der EU für Chrom in der Produktion

Das neue Verfahren ersetze dann die bisherige Produktionsweise, die nach einem EU-weiten Verbot von Chrom-Verbindungen bei der Herstellung nicht mehr zulässig sei. Das Veredeln mit Chrom ist nach Unternehmensangaben einer der wichtigsten Produktionsschritte am Standort in Andernach. Es wird bei der Verarbeitung von Weißblech eingesetzt, damit etwa Konserven- oder Getränkedosen nicht rosten.

Neue Anlage wird Wettbewerbsvorteil

Mit der Millionen-Investition sei das Werk für die Zukunft gut aufgestellt, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Rasselstein in Andernach, Wilfried Stenz, schon Anfang Juli. Damals hatte der Vorstand von ThyssenKrupp in Essen die Großinvestition in den Standort Andernach genehmigt.

Das Rasselstein-Werk ist nach Angaben des Konzerns der weltweit größte Standort für Verpackungsstahl. Die neue Veredelungsanlage werde die Position von Rasselstein im internationalen Wettbewerb stärken und außerdem auch zum Schutz von Mensch und Umwelt beitragen, heißt es von ThyssenKrupp.

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Großinvestition ist Bekenntnis zum Standort Andernach

Die Großinvestition sei ein deutliches Bekenntnis zu Rasselstein, sagt auch Peter Biele, Hauptgeschäftsführer des Standortes in Andernach. Ohne die neue Anlage hätten nach Angaben des Betriebsrates rund 250 Arbeitsplätze in Andernach auf dem Spiel gestanden. Denn nach der geplatzten Fusion des Mutterkonzerns ThyssenKrupp mit Tata Steel Europe war zunächst unklar, ob die für den Standort Andernach dringend notwendige Investition kommen würde oder nicht.

Drastische Kehrtwende nach geplatzter Fusion

Die Fusion der Stahlsparte von Thyssenkrupp und Tata Steel Europe war im Mai am Widerstand der EU-Kommission gescheitert. Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff hatte deshalb auch die geplante Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Gesellschaften abgesagt. Beim jetzt geplanten Konzernumbau sollen 6.000 Stellen im gesamten Konzern wegfallen.

Die Stahl-Arbeitnehmervertreter wollen durchsetzen, dass der für die Fusion mit Tata ausgehandelte Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen und Werkschließungen auch unter den neuen Bedingungen gilt. Kerkhoff hat den rund 27.000 Stahlkochern eine Beschäftigungs- und Standortgarantie bis Ende des Jahres gegeben.

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