geteilte Staude (Foto: SWR)

Grünfläche statt Schottergarten: Besseres Stadtklima

Wie in Andernach Blumen gegen Hitze im Sommer helfen sollen

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AUTOR/IN
Bruno Nonninger

Mehr Grün, weniger Schotter: Andernach hat Stauden verschenkt. Die bunten Blumen sehen im Sommer nicht nur schöner aus, sondern sollen auch gut sein fürs Stadtklima.

Manche nennen sie "Gärten des Grauens" und immer mehr Kommunen auch in Rheinland-Pfalz verbieten sie, so wie vor kurzem die Stadt Montabaur im Westerwald: Der Schottergarten vor der eigenen Haustür, der seit einigen Jahren in Vorgärten in Mode ist. Weil er sehr pflegeleicht sein soll, aber das oft gar nicht ist. Allerdings heizt sich der Schotter im Sommer stark auf und gibt die Hitze nachts wieder ab.

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Andernach will bunte Stauden statt grauem Schotter

Deshalb will auch die Stadt Andernach erreichen, dass es im Stadtgebiet mehr Blumen und weniger Schotter gibt. Gerade im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels, die die Bürger im Stadtgebiet direkt spüren könnten, sei das wichtig. Die Stadt will das aber nicht über ein Verbot regeln. Deshalb gab es jetzt eine Verschenkaktion, mit der sie nicht nur die "Gewinner", sondern auch andere zum Mitmachen anregen will.

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Die Stadt Andernach hat dafür rund 2.000 Stauden verschenkt, die genutzt werden sollen, um Schottergärten wieder zu begrünen. "Die Nachfrage war riesig, die waren alle ruckzuck weg", sagt der Andernacher Stadtsprecher Christoph Maurer. Für jeden "Gewinner" gebe es für seinen Garten etwa 70 Stauden. Ab Anfang März könnten so in 25 Gärten jeweils zehn Quadratmeter begrünt werden.

Stadt Andernach will Mikroklima verbessern

Die Stauden-Aktion sei Teil einer Strategie zur Verbesserung des Mikro-Klimas in Andernach, erklärt Maurer weiter. Ziel sei es, damit weitere "Steinwüsten" zu verhindern und bestehende Schotterflächen wieder in Grünflächen umzuwandeln. Ein ähnliches Konzept gibt es auch in der Stadt Neuwied.

Im Vordergrund eine mit Stauden bepflanzte Fläche, im Hintergrund ein klassischer Schottergarten. (Foto: Stadt Andernach/Pressestelle)
Die Stadt macht es mit einem Mustergarten vor: Im Vordergrund eine mit Stauden bepflanzte Fläche, im Hintergrund ein klassischer Schottergarten. Stadt Andernach/Pressestelle

Die Kosten für die Setzlinge hat die Stadt aus dem Preisgeld des Wettbewerbs "Kommunen für ökologische Vielfalt" finanziert, den sie 2021 gewonnen hatte. Mit dem restlichen Geld will sie weitere Aktionen finanzieren, die die Vor- und Nachteile von Grünflächen und Schotter in Gärten aufzeigen, etwa Muster-Vorgärten oder Schaubeete. Die Stadt könne bei Neubauten zwar das Anlegen eines Schottergartens über das Planungsrecht verhindern, sagt Stadtsprecher Maurer. Bei einem bestehenden Schottergarten können aber nur die Besitzer selbst aktiv werden, wenn sie etwas verändern wollten.

Ein Gemüsegarten an der Andernacher Stadtmauer: Mit dem Projekt der "essbaren Stadt" ist Andernach ein Vorreiter und findet inzwischen Nachahmer.  (Foto: Stadt Andernach/Pressestelle)
Mit dem Projekt der "essbaren Stadt" ist Andernach ein Vorreiter und findet inzwischen Nachahmer. Stadt Andernach/Pressestelle

Projekt "Essbare Stadt" hat Andernach bekannt gemacht

Die Stadt Andernach hat bereits vor vielen Jahren das Projekt "Essbare Stadt" ins Leben gerufen. Sie ist damit auch international bekannt geworden und findet inzwischen auch Nachahmer: Rund um die alte Stadtmauer werden seitdem verschiedene Gemüsesorten, Obst oder Kräuter angepflanzt. Alle Bürgerinnen und Bürger können sie kostenlos ernten und das ist sogar ausdrücklich gewünscht. Trinkwasserbrunnen runden das Angebot ab. Nach Angaben der Stadt Andernach verbessert das alles die Zufriedenheit und Lebensqualität der Menschen der Stadt.

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