Durch das Hochwasser zerstörte Eisenbahnbrücke in Altenahr Kreuzberg. (Foto: SWR, Constantin Pläcking)

Durch Flut zerstörte Bahnstrecke

Ahrtalbahn soll bis Ende 2021 wieder fahren

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Seit der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal ist ein großer Teil der Ahrtalbahn zwischen Remagen und Ahrbrück zum großen Teil zerstört. Trotzdem soll sie in diesem Jahr zumindest teilweise wieder befahrbar sein.

Die Deutsche Bahn ist zuversichtlich, dass die Bahn noch in diesem Jahr zwischen Remagen und Walporzheim fahren kann. 

Schon Ende 2021 könnten die Züge auf einem Teil der Ahrtalbahn wieder rollen. Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben auf Hochtouren am Wiederaufbau. Im unteren Teil der Strecke seien die Zerstörungen geringer ausgefallen. Zwischen Remagen und Walporzheim verlaufe die Strecke der Ahrtalbahn an vielen Stellen höher und weiter von der Ahr entfernt, deswegen sei sie weitestgehend in Takt.

Verlassener Zug der DB Regio am Bahnhof Kreuzberg (Ahr). (Foto: SWR, Constantin Pläcking)
Verlassener Zug der DB Regio am Bahnhof Kreuzberg (Ahr). Constantin Pläcking

Strecke am Bahnhof Heimersheim zerstört

Am Bahnhof Heimersheim ist die Strecke jedoch komplett vom Hochwasser zerstört worden. Hier ist der Bahndamm abgesackt, der Bahnsteig und die Gleise stehen nicht mehr. Die Bahn konzentriert sich im Zuge des Wiederaufbaus erst auf diesen Teil der Strecke.

"Wir stellen den Bereich zwischen dem Haltepunkt Heimersheim und dem zugehörigen Bahnübergang Heppenheim zunächst nur eingleisig wieder her. Dort müssen etwa 1,2 Kilometer Gleise und 1,5 Kilometer des Bahndamms erneuert werden", sagt eine Bahnsprecherin auf SWR-Anfrage.  

Komplett zerstörte Bahnstrecke der Ahrtalbahn bei Dernau. (Foto: SWR, Constantin Pläcking)
Komplett zerstörte Bahnstrecke der Ahrtalbahn bei Dernau. Constantin Pläcking

Vorerst nur ein provisorischer Aufbau  

In Heimersheim soll der vollständig zerstörte Bahnsteig ersetzt werden und provisorisch auf der Seite des früheren Bahnhofsgebäudes aufgebaut werden. Die Bauarbeiten für das erste Gleis laufen nach SWR-Informationen schon. Aktuell würden Bodenproben genommen. 

Am vollständig zerstörten Bahnübergang Heppenheim wird laut Bahn an den Gleisen gearbeitet und neue Technik eingebaut. Die notwendigen Arbeiten an der Böschung im zweiten flussseitigen Gleis müssten aber länger geplant werden. Für das zweite Gleis gebe es daher noch keinen Zeitplan. 
 

Das Hochwasser hat eine Schlammschicht in einem Dieseltriebwagen in Altenahr hinterlassen (Foto: SWR, Constantin Pläcking)
Das Hochwasser hat eine Schlammschicht in einem Dieseltriebwagen in Altenahr hinterlassen. Constantin Pläcking

Aufbau zwischen Walporzheim und Ahrbrück kann Jahre dauern 

Wie lange der Wiederaufbau auf dem Rest der Strecke dauern könnte ist noch unklar. Es könnte sich aber um Jahre handeln. So müssten laut Bahn unter anderem zwei stark einsturzgefährdete Brücken bei Ahrbrück möglichst schnell abgerissen werden, um zu vermeiden, dass diese die Ahr erneut aufstauten. 

"Parallel dazu laufen bereits die ersten Schritte für die Planung der teilweise vollständig zerstörte Strecke. Durch den enormen Umfang der erforderlichen Maßnahmen, inklusive einer Neutrassierung der Gleisverläufe und dem Neubau mehrerer Brücken, kann aber aktuell noch kein konkreter Zeitplan genannt werden", sagt eine Bahnsprecherin. 

Bahnhof Dernau: Bis hier wieder Züge fahren, kann es noch Jahre dauern. (Foto: SWR, Constantin Pläcking)
Bahnhof Dernau: Bis hier wieder Züge fahren, kann es noch Jahre dauern. Constantin Pläcking

Dieseltriebzug am Bahnhof Kreuzberg 

Am Bahnhof in Altenahr-Kreuzberg steht unterdessen ein verlassener Dieseltriebwagen der DB Regio. Im Inneren des Dieseltriebwagens liegt eine dicke Schlammschicht. Er kann nicht wegfahren, weil die Strecke vor und hinter dem Bahnhof zerstört ist. Ob und wann er wegfahren kann, ist noch völlig unklar. 

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