In der Ahrtal-Schmiede in Dernau arbeiten Freiwillige Meißel wieder auf (Foto: SWR)

Helfer bereiten Meißel auf

Ahrtal-Schmiede in Dernau weiterhin im Einsatz

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Kurz nach der Hochwasserkatastrophe hat die Ahrtal-Schmiede die Stemmmeißel der Helfer wieder auf Vordermann gebracht. Auch sieben Monate später sind die Schmiede immer noch da.

Von ihrem ersten Standort in der Grafschaft sind sie mittlerweile nach Dernau umgezogen. Werkstattzelt, Essen und Ambosse haben auf dem Gelände eines Metallbau-Unternehmens einen neuen, zentraleren Standort gefunden. Die Arbeit der Schmiede ist aber nach wie vor die gleiche: Beim Herausstemmen von Putz und Estrich stumpf gewordene Meißel werden hier wieder aufbereitet.

Werkzeug für den Wiederaufbau im Ahrtal wird aufbereitet

Hunderte Male wurde das in der Ahrtal-Schmiede seit der Flutkatastrophe getan. Denn Meißel waren in den ersten Wochen ein seltenes Gut - im Umkreis von 100 Kilometern gab es keine mehr zu kaufen. Denn in jedem betroffenen Gebäude im Tal wurden sie gebraucht.

"Wir haben den Helfern geholfen, zu helfen."

Also brachten die Helfer ihre über den Tag stumpf gewordenen Meißel abends zur Ahrtal-Schmiede, wo ihnen über Nacht ein neues Leben eingeschmiedet wurde. "Wir haben den Helfern geholfen, zu helfen", sagt Schmiedin Katharina Stoll, die seit Monaten in der Ahrtal-Schmiede arbeitet.

Zeit für Kreative Erinnerungsstücke

In der Zeit, in der keine Meißel aufbereitet werden, sind die Menschen in der Ahrtal-Schmiede kreativ. Kleine und größere Metall-Kunstwerke werden gefertigt und gegen eine Spende für die Schmiede abgegeben. So entstand zum Beispiel der Flut-Fisch, der aus alten Hufeisen gefertigt wird.

Ein aus Hufeisen geschmiedeter Flut-Fisch hängt in der Ahrtal-Schmiede in Dernau (Foto: SWR)
Aus alten Hufeisen werden in der Ahrtal-Schmiede Flut-Fische als Erinnerungsstücke gefertigt.

Die Flut-Fische sind aber nicht das einzige Erinnerungs-Kunstwerk, das in der Ahrtal-Schmiede gefertigt wird. Das Metall, das beim Wiederaufbau sein Bestes gegeben hat und nicht mehr wieder aufbereitet werden kann, bekommt viele neue Gesichter: Zum Beispiel das des Flut-Engels, ein aus dünnen Metallstreben geformtes Symbol der Hoffnung, das überall in den Weinbergen im Ahrtal zu finden ist.

Schmiede bleiben vorerst im Ahrtal

Mittlerweile sind mehr als 60 Schmiede aus ganz Deutschland und sogar einer aus Kalifornien regelmäßig im Ahrtal, um mit aufzubauen und sich um die kaputten Werkzeuge der anderen Helfer zu kümmern. Wie lange sie noch bleiben wollen? "So lange wie nötig."

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