Schüler und Schülerinnen steigen in einen Bus (Foto: dpa Bildfunk, Schülerinnen gehen an einer Bushaltestelle in der Innenstadt zu stehenden Bussen.)

Schüler klagen über stundenlangen Schulweg

Kreis Ahrweiler übernimmt teilweise Fahrtkosten zu Ersatzschulen

STAND
AUTOR/IN

Der Kreis Ahrweiler will die Fahrtkosten für einen Teil der Schüler übernehmen, die wegen der Flutkatastrophe jetzt in eine andere Schule gehen müssen. Einige Schüler aus dem Katastrophengebiet sitzen zurzeit jeden Tag mehrere Stunden in Bus und Bahn.

Schülerinnen und Schüler aus dem Ahrtal haben es in diesen Tagen nicht leicht. Zusätzlich zu den Corona-Regeln müssen sie sich an eine neue Schule gewöhnen. Viele Schulen im Ahrtal wurden durch die Flut zerstört. Statt in Bad Neuenahr gehen sie jetzt nach Remagen, Bonn oder gar Mayen zur Schule.

Die Anfahrtszeiten und täglichen Kosten sind dadurch oft unzumutbar. So kostet ein einzelnes Ticket zwischen Ahrweiler und Mayen beispielsweise über 20 Euro hin und zurück. Bei drei Schultagen in der Woche kommen da schnell mal über 240 Euro im Monat zusammen.

Video herunterladen (3,2 MB | MP4)

Kreis übernimmt Kosten für jüngere Schüler

Der Kreis Ahrweiler will die betroffenen Schüler nun zumindest finanziell entlasten. Die Kreisverwaltung teilte mit, dass Schülerinnen und Schüler die Fahrkarten zur Ersatzschule bezahlt bekommen, allerdings nur Schüler bis zum Ende der Sekundarstufe I, also der 11. Klasse. Anträge dafür bekomme man, so der Kreis Ahrweiler, im Schulsekretariat oder auf der Webseite des Kreises.

Für die älteren Schüler und Schülerinnen gibt es ausschließlich Anspruch auf Kostenübernahme, wenn die Familie unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegt. Das trifft für die meisten nicht zu. Der Kreis ist deswegen mit dem Landesbildungsministerium in Kontakt, um Sonderregelungen zu finden und die Mehrkosten zu erstatten. Man solle deswegen die Fahrkarten aufheben.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Wie geht es weiter? Schulstart in den Flutgebieten von Rheinland-Pfalz - eine Herausforderung

Am Montag beginnt in Rheinland-Pfalz wieder der Unterricht nach den Sommerferien. Wie gehen die Schulen in den Flutgebieten mit der Situation um?  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Lange Fahrtzeiten für Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen wie Julia und Sophie aus Ahrweiler, beide 17 Jahre alt, trifft die Situation besonders hart. Für sie ist aus einem Schulweg von 15 Minuten mit dem Fahrrad eine Odyssee von 2,5 Stunden geworden. Die beiden gehen eigentlich in die 12. Klasse des BBS Bad Neuenahr. Jetzt ist ihre Ersatzschule in Mayen.

Um 5:30 Uhr geht Julia aus dem Haus. Da ist es noch stockduster draußen. Dann holt sie ihre Freundin Sophie ab. Um 6 Uhr kommt der Bus nach Remagen. Von dort geht es über Andernach mit zwei Regionalbahnen weiter. Um kurz nach 8 Uhr sind die beiden an ihrer Schule. "Ich finde das richtig anstrengend, so früh aufzustehen", sagt Julia und Sophie meint: "Wenn wir acht Stunden haben, sind wir gegen 18 Uhr zuhause und dann müssen wir noch Hausaufgaben machen. Da bleibt keine Zeit für Freunde, weil wir auch früh ins Bett müssen." Um kurz nach 4 Uhr klingle der Wecker wieder.

Julia und Sophie sitzen in der Bahn. Sie sind nun 2,5 Stunden zur Schule unterwegs. (Foto: SWR)
Julia und Sophie sind nun 2,5 Stunden zur Schule unterwegs.

Dass die zerstörten Schulen im Ahrtal nicht mehr genutzt werden können, sei klar, sagt eine Mutter aus Ahrweiler dem SWR. "Es sollte aber nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden". Schließlich könne niemand etwas für das Hochwasser. Sie wünscht sich deswegen neben der Kostenübernahme auch einen Shuttlebus.

Neue Buslinien zu Ersatzschulen geplant

Laut dem Kreis Ahrweiler sind neue Schulbuslinien zu den Ersatzschulen am Montag bereits in Planung. Für Julia und Sophie würde sich der Schulweg dadurch auf 45 Minuten verkürzen. Das bis zum Ferienende zu organisieren, sei aber schwer gewesen, heißt es vom Kreis. "Die vielen Um- und Wegzüge im oder aus dem Kreis" hätten es schwer gemacht. Die Schülerdaten und die Schulzeiten in den Ersatzschulen hätten erst kurz vor Schulbeginn vorgelegen. Aber jetzt soll es klappen.

Nach Mayen soll es aus Bad Neuenahr-Ahrweiler zum Beispiel einen Schnellbus geben. Ab 13.09.2021 soll der ExpressBus 904 fahren. Dieser soll auf die angepassten Unterrichtszeiten abgestimmt werden. Zwischen Adenau und Mayen soll ebenso ein zusätzlicher Schulbus (Linie 916) eingerichtet werden.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Nach der Flut Schulstart im Katastrophengebiet an der Ahr

Nach der Flutkatastrophe an der Ahr im Norden von Rheinland-Pfalz sind etwa 60 Schulen zerstört oder beschädigt. Trotzdem ging auch hier am Montag der Unterricht wieder los.  mehr...

16 Einrichtungen und 7.000 Schüler betroffen Zerstörte Schulen: "Kreative Lösungen" und viel Solidarität

Im Ahrtal hat das Hochwasser 16 Schulen so zerstört, dass dort nach den Ferien kein Unterricht stattfinden kann. Andere Lösungen müssen gefunden werden. Eine Bestandsaufnahme zwei Wochen vor Schulbeginn.  mehr...

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bildungsministerin Hubig im Katastrophengebiet Mehr als 30 Schulen beschädigt - Suche nach Alternativen

Bei dem Hochwasser im Kreis Ahrweiler wurden 31 Schulen zerstört oder schwer beschädigt: Wo also werden Kinder und Jugendliche nach den Ferien unterrichtet? Es gibt erste Lösungen.  mehr...

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Wiederaufbau im Kreis Ahrweiler Ahrtalbahn soll im Herbst teilweise wieder fahren

Ein Teil der Ahrtalbahn kann voraussichtlich bis zum Ende der Herbstferien wieder eröffnet werden. Außerdem sollen sechs weitere Behelfsbrücken in Bad Neuenahr-Ahrweiler gebaut werden.  mehr...

Rheinland-Pfalz

Die Lage im Flutgebiet Hochwasser-Live-Blog in RLP: THW baut Hilfsbrücken über die Ahr

Die Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe Mitte Juli kommen voran. Bis zur Normalität ist es aber noch ein langer Weg. Unterdessen ist auch die politische Aufarbeitung im Gange. Hier die aktuelle Lage:  mehr...

Corona im Schulalltag Schülersorgen zum Schulstart - Lehrer brauchen offenes Ohr

Das Schuljahr 2021/22 steht in Rheinland-Pfalz vor der Tür: Die Kinder- und Jugendpsychologin Aleksandra Kaurin erklärt, was Lehrer und Eltern für einen guten Start tun können - und welche Altersgruppe sie besonders im Blick haben müssen.  mehr...

Rheinland-Pfalz

Wenn Eltern und Lehrer sitzengelassen werden Schulen in Rheinland-Pfalz fordern bessere Planung für den Corona-Herbst

Elternabende in Präsenz, Schüler die infiziert sind, Kontaktpersonen, die in Quarantäne müssen: Für all das fordern Schulen Regeln vom Land. Doch meist kommen diese erst, wenn es zu spät ist.  mehr...

DASDING Dein Nachmittag DASDING

Rheinland-Pfalz

Coronaschutz an Schulen Warum nicht alle Schulen in RLP Luftfilter haben

Der Unterricht im Land hat wieder begonnen, aber man hat den Eindruck, vielerorts sind die Schulen nicht besser mit Raumluftfiltern ausgestattet, als im vergangenen Schuljahr.  mehr...

STAND
AUTOR/IN