STAND

Auf der Mosel ist es zu voll. Denn die Wassersportvereine müssen sich den Fluss inzwischen nicht nur mit Fracht- und Ausflugsschiffen, sondern im Sommer auch immer mehr mit Freizeitsportlern teilen. Das sorgt für Probleme.

Motorboote neben Luftmatratzen, Stand-Up-Paddling-Boards und Frachtschiffen: Auf dem Moselstausee zwischen Winningen und Koblenz ist bei den sommerlichen Temperaturen richtig viel los. Für Ruderer und Segler bleibt da kaum noch Platz.

Das ärgert die Sportler des Post-Sportvereins Koblenz, die ihr Vereinsgelände am Moselufer in Metternich haben. Denn immer weniger Menschen hielten sich auf dem Wasser an die Regeln, sagt Segler Michael Schönberg.

Video herunterladen (4,4 MB | MP4)

Schnelle Motorboote und wenig Rücksicht

Früher seien nur die Sportler der Vereine auf dem Wasser gewesen, sagen auch die Mitglieder des Koblenzer Ruderclubs Rhenania. Damals sei das Miteinander auf dem Wasser deutlich einfacher gewesen, weil sich die Sportler mit den jeweiligen Bedürfnissen der anderen Vereine ausgekannt hätten.

Je mehr Menschen ihre Freizeit auf der Mosel verbringen würden, desto gefährlicher werde es für alle Beteiligten - vor allem wenn hohe Geschwindigkeiten im Spiel seien, heißt es vom Ruderclub. Motorboote bis zu 15 PS dürften zum Beispiel von jedem Erwachsenen auch ohne Führerschein gefahren werden. Vielen Freizeit-Kapitänen seien die Verhaltensregeln deshalb nicht bekannt.

Mehrere Motorboote auf der Mosel beim Campingplatz in Winningen (Foto: Imago, imago/Jochen Tack)
Nicht nur am Moselstausee oder am Moselbogen in Koblenz sind mittlerweile auch viele motorisierte Boote und Yachten unterwegs. Es gibt viele Stellen an der Mosel, wie hier bei Winningen. Imago imago/Jochen Tack

Extra Zone für Wasserski und Jetski auf der Mosel

Für Jetski herrscht auf der Mosel etwa bis zur Eisenbahnbrücke in Koblenz-Güls eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 10 km/h. Jetski dürfen hier ausschließlich langsam und geradeaus fahren, um flussaufwärts in die speziell für sie und Wasserskifahrer eingerichtete Zone bei Winningen zu kommen.

Tricks fahren und Haken schlagen sind nicht erlaubt. Der Hintergrund ist, dass größere Wellen zu Beschädigungen an Booten führen könnten, die an den Stegen festgemacht sind. Sie könnten zudem auch kleinere Boote wie die Sport-Ruderboote zum Kentern bringen.

Wasserschutzpolizei kündigt verstärkt Kontrollen an

Diese Beobachtungen bestätigt auch die Wasserschutzpolizei in Koblenz. Zum Beispiel verstießen Motorboote regelmäßig gegen die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ihr Wellenschlag könne zu Schäden an der Befestigung des Moselufers oder auch an Booten führen, die am Steg festgemacht seien.

Die Wasserschutzpolizei betont, die meisten Menschen würden sich an die Regeln halten. Dennoch kündigt sie an, ihre Kontrollen oberhalb der Schleuse Koblenz am Moselstausee zu verstärken. Allerdings schränkt der Leiter der Wasserschutzpolizei Koblenz, Norman Müller, ein: "Auf dem Wasser verhält es sich wie auf der Straße. Wenn die Polizei erkennbar unterwegs ist, halten sich die meisten an die Regel."

Leistungssport nur noch am frühen Morgen möglich

Der Koblenzer Ruderclub Rhenania, der auch Ruder-Trainingsstätte des Olympiastützpunkts Rheinland-Pfalz/Saarland ist, hat schon Konsequenzen aus den Problemen gezogen und versucht dem Trubel auf der Mosel auszuweichen: "Wir trainieren vor allem am frühen Morgen," sagt Rhenania-Präsident Lutz Itschert. Am Nachmittag und Abend sei zu viel los.

Außerdem ankerten in den Abendstunden und am Wochenende entlang der Trainingstrecke zu viele Motorboote, sagt Itschert. Deshalb weiche der Verein vor Wettkämpfen schon jetzt zum Trainieren auf einen See in der Nähe von Köln aus.

Koblenz

Bäder im Norden von RLP Diese Freibäder haben in der Region Koblenz wieder auf

Die Inzidenzen sinken, die Corona-Regeln sind gelockert und auch viele Freibäder in der Region Koblenz haben wieder geöffnet. In dieser Übersicht sehen Sie, welche Bäder schon auf sind.  mehr...

Koblenz

DLRG gibt Tipps zum sicheren Schwimmen Badeseen im Norden von Rheinland-Pfalz: Hier darf man schwimmen

Bei dem heißen Wetter wächst auch der Wunsch nach etwas Abkühlung. Im Westerwald, Hunsrück und in der Eifel bieten das viele Badeseen. Wir haben die wichtigsten Infos, wo man baden darf und wo man es nicht sollte.  mehr...

Am Mittag SWR4 Rheinland-Pfalz

STAND
AUTOR/IN