Einen Adventskalender hat jemand auf die Schutzplane eines von der Flut stark beschädigten Hauses in Insul gezeichnet. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Boris Roessler)

Plätzchen, Weihnachtsbäume und Adventsmärkte

Viele Weihnachts-Aktionen für Betroffene im Flutgebiet an der Ahr

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Die Hilfsbereitschaft für die Menschen im Ahrtal ist weiterhin groß. Gerade jetzt vor Weihnachten stellen Freiwillige viele Advents-Aktionen für die Betroffenen im Flutgebiet auf die Beine.

Für Weihnachtsvorbereitungen bleibt vielen vom Hochwasser Betroffenen im Ahrtal in diesem Jahr wohl wenig Zeit. Zahlreiche Helfer aus ganz Deutschland springen ein, organisieren Weihnachtsbäume, Adventsmärkte, Wichtel-Aktionen oder Glühweinabende im Tal. Mancherorts geht es direkt am ersten Adventswochenende los.

Glühweinabend soll für Normalität in der Weihnachtszeit sorgen

In Schuld möchte Ortsbürgermeister Helmut Lussi dann einen großen Weihnachtsbaum am Rand des Dorfes aufstellen, wenige Meter von der Ahr entfernt. In der Nähe befanden sich vor der Flut ein Dorfgemeinschaftshaus und ein Sportplatz. Das ganze Dorf sei zu einem Glühweinabend mit Würstchen und Plätzchen eingeladen. "Das soll dazu beitragen, wieder ein bisschen Normalität in den Ort zu bringen", sagt Lussi.

Auch von weiter her kommt in der Adventszeit Unterstützung: So organisieren Frauen aus Baden-Württemberg einen Weihnachtsmarkt in Schuld. Eine Gruppe habe einen Besuch mit einem 7,5-Tonnen-Lkw voller Weihnachtsgüter angekündigt. Und eine weitere Gruppe von der Ostalb wolle ein Weihnachtsfest für alle Bürger aus Schuld veranstalten.

186 Kilogramm Plätzchen für Dernau

Am Sonntag, den 5. Dezember, werden außerdem etwa 20 Personen aus Landau in der Pfalz und Umgebung in Dernau Nikolaustüten verteilen. Dazu hätten etwa 70 Personen in den letzten Wochen 186 Kilogramm Plätzchen und 108 Christstollen gebacken, zusätzlich gebe es Schokolade, Lebkuchen, Glühwein und Kinderpunsch, so die Organisatoren.

Ursprung der Idee seien die Hilfseinsätze gewesen, die die Wirtschaftsjunioren Südpfalz seit der Flutkatastrophe in Dernau geleistet haben. Daraufhin sei die Idee entstanden, nicht nur mit anzupacken, sondern auch "etwas Freude zu bringen". 

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Helfer organisieren sich auf Plattformen im Internet

Ähnliche Veranstaltungen sind beispielsweise in Mayschoß, Sinzig und Bad Neuenahr-Ahrweiler mit Nikolausmärkten oder dem "WintAHRzauber" geplant. Helferinnen und Helfer organisieren sich beispielsweise in den sozialen Medien. Privatpersonen bieten dort etwa kistenweise Lichterketten und Deko-Artikel an. Andere organisieren Adventskalender oder Tannenbäume. Ein Mann bietet an, als Nikolaus in Privathaushalten oder Kitas aufzutreten.

Im Internet hat sich auch ein Team vernetzt, das gespendete Weihnachtsbäume und Dekoration sammelt und am ersten Dezemberwochenende ins Ahrtal bringt. Rund 500 Weihnachtsbäume sollen demnach unter anderem an Familien aus Dernau, Walporzheim, Rech und Mayschoß verteilt werden.

Weihnachts-Wichteln und Wunschzettel

Die Bürgerhilfe Grafschaft organisiert außerdem ein Weihnachts-Wichteln anderer Art. Melden können sich einerseits Menschen, die in Folge der Flut Weihnachten im Wohncontainer oder allein verbringen müssten und andererseits solche, die an den Feiertagen noch einen oder mehrere Plätze zu Hause frei haben.

Besonders beliebt sind Geschenkaktionen für Kinder. So haben mehrere Initiativen Wunschzettel verteilt, beispielsweise die Caritasverbände Ahrweiler und Borken. Sie lassen Kinder im Ahrtal Wunschzettel ausfüllen, die dann bis zum 10. Dezember in der Tourist-Information der Stadt Borken an einem Weihnachtsbaum aushängen. Borkener können die Zettel abholen und einen Wunsch erfüllen. Mitte Dezember werden die Geschenke dann an die Kinder im Ahrtal verteilt.

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Auch Schulklassen aus verschiedenen Teilen Deutschlands haben eine Art Patenschaft für Klassen an der Ahr übernommen und versorgen diese mit kleinen Adventsüberraschungen. Der Kreis Ahrweiler verbindet mit dem "rollenden Adventskalender" Flutberatung und eine Adventsaktion für Kinder.

Im Dezember steuert der Bus jeden Tag einen von der Flut betroffenen Ort an. Während Kinder zu Mitmachaktionen eingeladen sind, können Erwachsene zeitgleich das mobile Beratungsangebot nutzen. Das Angebot solle Kindern ermöglichen, die Vorweihnachtszeit zu genießen, und zugleich die Eltern etwas entlasten, sagt der erste Kreisbeigeordnete Horst Gies (CDU).

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