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Der Heißluftballon, der am Sonntag bei Urbar im Rhein-Hunsrück-Kreis abgestürzt war, ist geborgen. Ein Kran hob die Überreste aus dem Steilhang am Rhein.

Während der Bergung musste die unter der Unglücksstelle verlaufende Bundesstraße 9 und die Bahnstrecke Mainz-Koblenz bis etwa 15 Uhr gesperrt werden.

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Bei dem Absturz waren der Pilot getötet und alle sechs Passagiere verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Die beiden Schwerverletzten hätten zeitweise in Lebensgefahr geschwebt, wie die Polizei mitteilte. Alle Verletzten liegen jedoch noch immer in Krankenhäusern. Warum genau der Ballon abstürzte, ist noch nicht genau geklärt. Er war wohl von einer heftigen Windböe erfasst worden.

Ermittlungen zur Unglücksursache gehen weiter

Durch den schwierigen Standort sei es auch für das Team der Bundesstelle für Flugunfallverursachungen (BFU) schwierig gewesen, ihre Ermittlungen durchzuführen, hieß es. Die Ermittler müssen die Frage klären, warum der Ballon bei dem schlechten Wetter überhaupt in der Luft war.

Dass der Pilot während der Fahrt von Gewitter und Regen überrascht wurde, sei unwahrscheinlich, heißt es vom Deutschen Freiballonsport-Verband. Bei den Vorbereitungen für eine Fahrt würde die Wetterlage immer wieder überprüft. Da reiche eine Gewitterwarnung des Deutschen Wetterdienstes eigentlich schon aus, um alles abzusagen. Denn gerade Landungen seien bei starkem Wind besonders schwierig.

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Luftfahrtbundesamt spricht von "Leichtsinn"

Ein Sprecher des Luftfahrtbundesamtes sagte, es sei leichtsinnig, bei drohendem Gewitter, Sturm oder Regen überhaupt zu starten. Allerdings könne jeder Pilot selber entscheiden, ob er das Risiko eingehen wolle. Ersten Ermittlungen zufolge war der Ballon beim Landeanflug von einem Windstoß erfasst worden. Dabei schlug der Korb mit sieben Insassen mehrfach auf einem Acker auf. Durch den Aufprall wurden vier von ihnen aus dem Korb geschleudert.

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde der Ballon anschließend den Abhang hinunter in Richtung Rhein geschleift. Oberhalb der Bahnstrecke verfing er sich in den Bäumen und kam zum Stehen. Dort wurden die restlichen drei Insassen verletzt aufgefunden.

Passagiere kommen aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen

Der getötete 35-jährige Pilot stammte nach Polizeiangaben aus dem bayerischen Neu-Ulm, lebte aber im Hunsrück. Bei den Passagieren handelt es sich um drei Paare im Alter von 42 bis 69 Jahren. Zwei Paare wohnen nach Angaben eines Polizeisprechers ebenfalls im Hunsrück, das dritte lebt im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen. Alle sechs Passagiere kamen nach Angaben des Polizeisprechers in Krankenhäuser in Boppard, Koblenz und Mainz.

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