Mann hält Sonnenblume fest (Foto: SWR, Andrea Kaltheier)

Vorzeige-Projekt für Bienen Taunus-Dorf kämpft gegen Bienensterben

Im Taunus beginnt ein besonderes Bienen-Projekt. Landwirte und Imker arbeiten zusammen, um den Bienen einen neuen Lebensraum zu ermöglichen. Das hilft nicht nur den Tieren.

Das Problem ist bekannt: Monokulturen haben unsere Landwirtschaft verändert und wirken sich negativ auf die Artenvielfalt aus. Auch Bienen leiden unter riesigen Feldern, auf denen nur eine Pflanze angebaut wird. Blühende Wildwiesen gibt es kaum noch.

Blühende Wildwiesen statt Monokultur

Das Dorf Berghausen im Rhein-Lahn-Kreis unternimmt etwas dagegen. Dort wurden Blühstreifen angelegt - vor allem zwei Landwirte unterstützen das bienenfreundliche Umdenken, arbeiten mit Imkern zusammen.

Sonnenblumenfeld (Foto: SWR, Andrea Kaltheier)
Sonnenblumenfelder sehen nicht nur schön aus, sie bieten den Tieren auch einen Lebensraum Andrea Kaltheier

Bienenstöcke direkt im Sonnenblumenfeld

In den Sonnenblumenfeldern von Christian Schmidt und seinem Bruder hat eine Imkerin aus dem Ort zwei Bienenstöcken aufgestellt. Der Landwirt schwärmt: "Das ist schon Wahnsinn, wenn hier die Bienen im Feld unterwegs sind."

Vier weitere Bienenstöcke könnten in nächster Zeit dazu kommen, sagt Horst Clos, der Vorsitzende des Kreis-Imkerverbands Rhein Lahn aus Nastätten. Der Imker wünscht sich, dass mehr Landwirte und Imker zusammen- und nicht gegeneinander arbeiten. Dazu gehört, dass Feldränder nicht radikal abgemäht werden, sagt der Imker: "Wenn ich heute einen Acker sehe mit Kornblume oder Mohn, jeder der da vorbei geht, sagt, ach wie ist das schön. Dem Bauer gefällt das aber natürlich nicht, weil das in seinen Augen Unkräuter sind."

Bienenstock in Sonnenblumenfeld (Foto: SWR, Andrea Kaltheier)
Die Methode der Imker: Bienenstöcke mitten im Feld Andrea Kaltheier

Öl bald auch aus Hanf und Leindotter

Landwirt Christian Schmidt und sein Bruder wollen beweisen, dass es anders geht. Sie planen, ihre Felder noch abwechslungsreicher zu bepflanzen und nicht auf Monokulturen zu setzen.

Das ist bienenfreundlich, aber die Bauern profitieren auch davon: Ihre Speiseöle soll es bald auch aus fast vergessenen heimische Pflanzen geben - zum Beispiel aus Leindotter oder Hanf.

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