Formel 1 (Foto: Imago, imago/Action Plus)

Verhandlungen kommen nicht voran Nürburgring muss weiter auf Formel 1 warten

Die Betreiber des Nürburgrings sind skeptisch, ob im kommenden Jahr wieder ein Formel-1-Rennen in der Eifel stattfinden wird. Die Gespräche mit den Formel-1-Besitzern seien ins Stocken geraten.

Seit Wochen hätten die Chefs der Rennserie nicht auf die Angebote des Nürburgrings reagiert, sagte ein Sprecher der Rennstrecke. Und an den Standpunkten der beiden Verhandlungspartner hat sich in dieser Zeit offenbar auch wenig geändern.

Wer braucht hier wen?

Die Manager des Nürburgrings wollen auf keinen Fall das komplette Risiko einer Formel-1-Veranstaltung tragen. Sie gehen nach eigener Aussage nur einen Deal mit Formel-1-Besitzer Liberty Media ein, wenn sie die Rennstrecke entweder an den Veranstalter vermieten oder mit ihm das Risiko und die Gewinne teilen können.

Doch die Formel-1-Macher haben offenbar weiterhin andere Vorstellungen: Das Geschäftsmodell sieht vor, dass die Rennstrecken Geld bezahlen, um ein Formel-1-Event veranstalten zu dürfen. Das würde sich für die Eifelstrecke wirtschaftlich so aber nicht rechnen, sagte Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort bereits Ende vergangenen Jahres: "Die Ticketeinnahmen reichen für die Finanzierung nicht." Und Zuschüsse vom Staat seien auch nicht zu erwarten.

Die entscheidende Frage ist also, wer braucht hier wen? Und brauchen sich die beiden überhaupt noch? Der bisherige Verlauf der Verhandlungen lässt nur den Schluss zu, dass die Antwort darauf "Nein" lautet.

Hockenheimring pocht auf weniger Risiko

Nach dieser Saison läuft der Vertrag des Hockenheimrings mit der Formel 1 ebenfalls aus. Und auch in Nordbaden ist der Standpunkt der Rennstrecken-Chefs in den Vertragsverhandlungen klar: "Wir werden jeden Vertrag schließen, der kein Risiko beinhaltet", sagte Geschäftsführer Georg Seiler.

Sprich: Kein Geld drauflegen, nur um ein Formel-1-Rennen stattfinden zu lassen. Auch hier gilt: Bloß kein Minusgeschäft. "Im Gegenteil: Es müssten Gelder übrig bleiben", forderte Seiler und fragte: "Wieso sollen die Rennstrecken die Formel 1 fördern?"

Nürburgring-Chefs bleiben gelassen

Die gleichen Fragen stellen sich offenbar auch die Nürburgring-Macher. Sie bleiben aber gelassen, was die Verhandlungen mit der Formel 1 angeht: Eine Absage der Formel 1 führe nicht zu wirtschaftlichen Einbußen, sagte ein Sprecher. Die Rennstrecke sei zu 100 Prozent ausgelastet. In diesem Jahr würden außerdem 50 Publikumsveranstaltungen an 38 Wochenenden stattfinden.

Zuletzt war die Formel 1 im Jahr 2013 zu Gast in der Eifel. Durch die anschließende Insolvenz der Rennstrecke wurde die Kooperation beendet. In der vergangenen Saison fand gar kein Rennen in Deutschland statt. Im Juli 2018 steht der Hockenheimring wieder im Rennkalender.

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