Zwei der Angeklagten (re) im Totschlagprozess Sinzig vor dem Landgericht Koblenz (Foto: SWR)

Verfahren vor dem Landgericht Koblenz Prozess nach tödlicher Messerstecherei in Sinzig

Vor dem Landgericht Koblenz hat der Prozess gegen einen 18-Jährigen begonnen, der auf einem Supermarktparkplatz in Sinzig im Streit einen Mann erstochen haben soll.

Mit ihm sind drei junge Männer angeklagt. Alle vier sollen vor dem Messerangriff auf einen 33-Jährigen zwei Jugendliche bedroht und Geld und Drogen erpresst haben. Die vier Angeklagten wurden zum Prozessauftakt am Mittwoch in Handschellen ins Gericht geführt.

Dauer

Anklageschrift verlesen, noch keine Angaben zur Tat

Nachdem die Staatsanwaltschaft die Anklage verlesen hatte, äußerten sich die Beschuldigten zu ihrem Leben. Der wegen Totschlags angeklagte mutmaßliche Haupttäter wuchs bei seiner Mutter mit drei Halbgeschwistern auf, machte den Hauptschulabschluss, brach dann aber die Realschule ab. Zu den Vorwürfen wollen sich die Angeklagten nach Angaben ihrer Anwälte in der kommenden Woche einlassen.

Der 18-jährige Angeklagte soll am Abend des 18. Februars 2019 auf dem Parkplatz mit dem 33 Jahre alten Mann in Streit geraten sein. Laut Staatsanwaltschaft wollte er Drogen von seinem späteren Opfer kaufen. Im Streit habe er mit einem Jagdmesser auf den 33-Jährigen eingestochen und ihm so schwere Verletzungen zugefügt, dass der Mann kurz darauf im Krankenhaus starb.

Schon vorher ein Zwischenfall auf dem Parkplatz

Schon vor dem tödlichen Streit auf dem Supermarktparkplatz in Sinzig soll es nach den Ermittlungen einen weiteren Vorfall gegeben haben. Zusammen mit den mitangeklagten Komplizen soll der 18-Jährige auf dem Parkplatz zwei Jugendliche mit einem Messer bedroht und Geld von ihnen erpresst haben.

Dabei sollen die vier Angeklagten die beiden Jugendlichen massiv körperlich misshandelt haben. Einen von ihnen zwangen zwei der jetzt angeklagten Bandenmitglieder, 500 Euro an einem Bankautomaten abzuheben. Das erbeutete Geld teilten sich die vier Männer laut Staatsanwaltschaft. Die drei Komplizen sind unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

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