Das Bild von Katharina Kasper prangt zur Heiligsprechung am Petersdom (Foto: SWR)

Die erste Heilige des Bistums Limburg Uraufführung von Katharina-Kasper-Oratorium

Vor knapp einem Jahr sprach Papst Franziskus die aus dem Westerwald stammende Nonne Katharina Kasper in Rom heilig. Heute wurde ein ihr gewidmetes Oratorium uraufgeführt. Es trägt den Namen "Beati pauperes" ("Selig die Armen").

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Das Oratorium zu Ehren Katharina Kasper wurde von einem Orchester, vier Solisten sowie 90 Chorsängern und 30 Kindern an diesem Sonntag in Wirges (Westerwaldkreis) präsentiert. Die aus dem Westerwald stammende Ordensgründerin Katharina Kasper war am 14. Oktober 2018 von Papst Franziskus heiliggesprochen worden. Etwa 1.500 Pilger aus Rheinland-Pfalz reisten dafür nach Rom.

Kerstin Schäfer und ihr Mann Sebastian sind aus dem Westerwald zur Heiligsprechung von Katharina Kasper angereist (Foto: picture-alliance / dpa)
Kerstin Schäfer und ihr Mann Sebastian waren zur Heiligsprechung aus dem Westerwald angereist

Katharina Kasper (1820-1898) hatte versucht, im 19. Jahrhundert im Westerwald die Not der Bevölkerung zu lindern und war vor 40 Jahren bereits selig gesprochen worden.

Wunderheilung eines indischen Unfallopfers

Den Prozess der Heiligsprechung hatte der frühere umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van-Elst 2012 angestoßen. Ausschlaggebend für die Heiligsprechung war ein Heilungswunder in Indien. Dort war ein Mann nach einem Unfall für hirntot erklärt worden. Die Dernbacher Schwestern hatten für ihn gebetet und Katharina Kasper angerufen, woraufhin der Mann überraschend geheilt worden sei. Nach Prüfung durch die römische Kongregation für die Selig- und Heiligsprechung erkannte Papst Franziskus dieses Wunder im März 2018 offiziell an.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" trug das Bistum Limburg die Kosten für den Antrag der Heiligsprechung. Für Anwaltskosten und Gebühren an den Vatikan fielen demnach in der Vergangenheit für Antragsteller zwischen 50.000 und 250.000 Euro an. Erst seit 2016 gelten neue Normen, die die Kosten reduzieren sollen.

Orden im Dienste der Armen und Kranken

Maria Katharina Kasper wuchs in Dernbach als eines von acht Kindern eines Landwirtes in ärmlichen Verhältnissen auf. 1851 gründete sie zusammen mit weiteren Frauen einen Verein für Kranken- und Altenpflege. Der wurde später in die Gemeinschaft der Armen Dienstmägde Jesu umgewandelt und vom Vatikan anerkannt.

Der Orden der Dernbacher Schwestern hat heute etwa 600 Mitglieder, die in Asien, Afrika, Latein- und Südamerika, in Europa und den USA leben. Sie arbeiten beispielsweise in den Armenvierteln in Indien und unterrichten Kinder. Außerdem setzen sie sich dafür ein, dass Mädchen in Südamerika von der Straße geholt werden und eine Schulbildung bekommen. Zudem kümmern sich die Schwestern um Aids-Kranke und Drogenabhängige.

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