Wolf (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Unbekanntes Tier im Kreis Altenkirchen Neue Wolfsnachweise am Rhein und im Westerwald

Im Norden von Rheinland-Pfalz sind erneut drei Mal Wölfe nachgewiesen worden - und zwar bei Altenkirchen, in Rheinbrohl und in der Nähe von Bendorf. Um welche Tiere es sich genau handelt, ist noch nicht klar.

Das Mainzer Umweltministerium teilte mit, dass Experten jetzt mehrere Kot-Spuren ausgewertet haben. Die Ergebnisse zeigten, dass Anfang Oktober eine Wölfin bei Altenkirchen Schafe gerissen habe. Diese sogenannte Fähe wurde offenbar bislang weder in Rheinland-Pfalz noch in einem anderen Bundesland genetisch nachgewiesen.

Einige DNA-Proben stehen noch aus

Im Fall der sechs getöteten Schafe in Rheinbrohl vor vier Wochen sei noch nicht klar, ob auch sie von dieser Wölfin getötet worden seien, heißt es in der Mitteilung des Umweltministeriums. Nach Angaben des Ministeriums werden die DNA-Proben dazu noch ausgewertet. Die neuen Wolfsspuren in der Nähe von Bendorf konnten demnach ebenfalls noch keinem konkreten Tier zugeordnet werden.

Höfken: "Schutzgebiet war richtig"

Ministerin Ulrike Höfken (Grüne) sieht die erneuten Wolfsnachweise als Bestätigung dafür an, dass es richtig war, die Landkreise Altenkirchen, Westerwald und Neuwied sowie die Stadt Koblenz im Frühjahr 2018 vorsorglich als 'Wolfs-Präventionsgebiet Westerwald' auszuweisen: "In Präventionsgebieten können 100 Prozent der förderfähigen Kosten für wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde für Schaf-, Ziegen- und landwirtschaftliche Wildhalter vom Land gefördert werden", sagte Höfken. Selbstverständlich erhielten Landwirte auch eine Entschädigung für ihre Nutztiere, wenn der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden könne, sagte Höfken.

Schäfer und Damwildbesitzer kritisieren Hilfen

Schäfer- und Damwildbesitzer im Norden von Rheinland-Pfalz haben die Hilfen der Landesregierung in den vergangenen Monaten immer wieder bemängelt. Ein Kritikpunkt ist zum Beispiel, dass die Elektrozäune zum Schutz vor dem Wolf häufig freigeschnitten werden müssen, damit der Strom nicht über das Gras in die Erde abgeleitet wird. Dafür fehle oft Personal und Zeit, kritisieren die Schäfer.

Viehalter können alle Schäden, die durch den Wolf entstehen, vom Land ersetzt bekommen. (Foto: SWR)
Jörg Gerlich hat ein privates Damwildgehege oberhalb von Leutesdorf. Vor zwei Jahren hat sich der Wolf dort eines seiner Tiere geholt. Sein Gehege hat einen vier Kilometer langen Zaun, der mit meterhohen Hecken und Bäumen bewachsen ist. Die müsste der 64-Jähirge erst einmal roden, um einen Elektrozaun zum Schutz vor dem Wolf anzubringen. Arbeit, die er alleine nicht leisten und nicht bezahlen könne, sagt der Leutesdorfer.

Bilder zeigen Wölfe auch in Bendorf und Dierdorf

Neben den DNA-Tests haben die Wolfsexperten des Landes auch Bilder ausgewertet. Nun ist offenbar klar, dass auf den Aufnahmen aus dem Wald bei Heiligenroth im Westerwald, bei Bendorf und in der Nähe von Dierdorf Wölfe zu sehen sind.

In Rheinland-Pfalz hat sich nach bisherigen Erkenntnissen eine Wölfin am Stegskopf fest niedergelassen. Die Tiere können pro Nacht bis zu 80 Kilometer zurücklegen. Daher ist es aus Expertensicht durchaus möglich, dass Einzeltiere Rheinland-Pfalz durchstreifen, ohne hier sesshaft zu werden.

STAND